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Diversity
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Vielfalt muss gefeiert werden

von Kerstin Dämon, wiwo.de
Dass sich Vielfalt lohnt, hat sich rumgesprochen. Doch in Deutschland gibt es häufig Willkommenstechniken statt Willkommenskultur. Was Unternehmen tun müssen, um Fachkräfte aus der Ferne anzulocken – und zu halten.
"Diversity ist ein Modethema – das darf es nicht bleiben", sagt Ingrid Haas, Mitglied der Geschäftsleitung von Vodafone Deutschland am dritten Deutschen Diversity-Tag in Düsseldorf. Denn hinter dem Schlagwort verbirgt sich mehr als nur die Erkenntnis, dass auch Frauen arbeiten und Unternehmen keine Altersgruppen diskriminieren dürfen.

Vielfalt ist im internationalen Umfeld ein großer Wettbewerbsvorteil. Das belegt auch die Studie "Diversity matters", die von der Unternehmensberatung McKinsey im Februar 2015 vorgestellt wurde. Im Jahr 2010 haben deshalb Daimler, die BP Europa SE, Deutsche Bank und Deutsche Telekom die Charta der Vielfalt ins Leben gerufen. Die Initiative setzt sich für Vielfalt in Unternehmen ein und wurde mittlerweile von mehr als 2 100 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen unterzeichnet. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

"Bei Daimler verstehen wir Vielfalt als Chance, mit der wir neue Perspektiven und Kompetenzen hinzugewinnen. Dadurch können wir sowohl die Anforderungen der internationalen Märkte, als auch die Wünsche unserer unterschiedlichen Kunden noch besser erfüllen", sagt Wilfried Porth, Vorstand für Personal und Arbeitsdirektor & Mercedes-Benz Vans der Daimler AG.

Marktkenntnisse ins Team holen

Doch neben prominenten Unterstützern und einem guten Eindruck bei Bewerbern bringt das, was sich hinter Diversity verbirgt, den Unternehmen auch einen ganz praktischen Nutzen. "Wenn wir zum Beispiel Innovationen für den Nahen Osten entwickeln, ist es sehr gut, wenn auch Kolleginnen und Kollegen aus der Region im Team sind. Sie kennen den Markt und die Kunden und unterstützen mit entsprechenden Einsichten. Das hat uns schon sehr oft geholfen", sagt Thomas Müller-Kirschbaum, der im Henkel Sustainability Council den Unternehmensbereich Wasch- und Reinigungsmittel repräsentiert.

Denn bevor ein Unternehmen Unsummen für Markt- und Verbraucheranalysen investiert und nachher einen Flop riskiert, kann es nicht schaden, Mitarbeiter, die aus dem jeweiligen Land stammen, einfach zu fragen, ob ein solches Produkt in ihrer Heimat Chancen hätte. Und da das Ziel lautet, ein Produkt herzustellen, was die Kunden brauchen und wollen, lohnt es sich, Menschen aus den verschiedenen Märkten, die man beliefert, an Bord zu holen. Doch ohne entsprechende Willkommenskultur und Onboarding-Strategien funktioniert es nicht.
 

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