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Karriereförderung
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Karriereförderung

Verschenktes Potenzial

Lisa Oenning, wiwo.de
Nicht einmal jeder sechste Arbeitnehmer sagt, dass sein Unternehmen die Karriere der Mitarbeiter aktiv fördert. Und dabei wird die systematische Förderung von Nachwuchstalenten immer wichtiger.
Gerade einmal 14 Prozent aller Mitarbeiter in Deutschland können von ihrem Unternehmen behaupten, dass es die Karriere der Angestellten aktiv fördert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der ManpowerGroup zur Karriereförderung. Der Anteil ist im Vergleich zum Jahr 2014 um vier Prozentpunkte gesunken. Die Verantwortlichen der ManpowerGroup haben für die Studie bewusst Arbeitnehmer anstatt Personalverantwortliche befragt.

Laut Herausgeber zeigt die Studie, dass viele Unternehmen die Notwendigkeit um Potenzial von strategischem Talentmanagement noch nicht erkannt haben. Das kann negative Konsequenzen mit sich bringen. Die Talente bleiben nicht nur unentdeckt, die Unternehmen fallen auch im Wettbewerb zurück. Dadurch steigen wiederum die Kosten, um externes Personal einzustellen.

Lieber teure Transfers statt eigene Talentförderung

Die Devise vieler Bundesligavereine kann auch zum Erfolg deutscher Unternehmen führen: wenige teure Transfers, stattdessen mehr Talentsuche und Förderung im eigenen Haus. Das betrifft vor allem die Führungskräfte. 41 Prozent deutscher Firmen investieren in das Coaching bereits vorhandener Führungskräfte. Was aber viel wichtiger ist: die Entdeckung neuer Talente und damit verbunden die Führungskräfteentwicklung.

"In den nächsten Jahren scheidet eine ganze Generation von Führungskräften aus und die jungen Talente auf der Ersatzbank sind nicht ausreichend vorbereitet", sagt Rüdiger Schäfer, Deutschland-Chef bei Right Management, den Karriere-Experten der ManpowerGroup. Aber gerade einmal ein Drittel der deutschen Unternehmen investieren in die Entwicklung von Führungsposten.

Langfristiger Nutzen

Zwar bedeuten Investitionen in die Führungskräfteentwicklung erst einmal Kosten, aber für die Arbeitgeber zahlt sich der Aufwand eines professionellen Talentmanagements laut Experten langfristig aus. Denn die Führungskräfteentwicklung führt dazu, dass die Betroffenen länger im Unternehmen bleiben. "Unternehmen erwirtschaften mit zeitgemäßen Talententwicklungsstrukturen im Durchschnitt 30 Prozent mehr Umsatz und höhere Gewinne", sagt Schäfer.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 04.10.2015
 

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