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Bewerber achten sehr auf die Online-Reputation von Arbeitgebern
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Online-Bewertungsportale

Unternehmensreputation ist wichtig für Bewerber

Kerstin Dämon, wiwo.de
Unternehmen sollten Online-Bewertungsportale wie Kununu und Glassdoor ernst nehmen. Denn Bewerber achten sehr auf die Online-Reputation von Arbeitgebern. Wer online schlecht da steht, hat es bei Jobsuchern schwer.
Ein schlechter Ruf vertreibt Bewerber: 17 Prozent der deutschen Internet-Nutzer auf Jobsuche haben sich schon gegen konkrete Angebote entschieden, weil das ausschreibende Unternehmen im Netz negativ bewertet wurde. Besonders stark abschrecken lassen sich Akademiker, wie der aktuelle, repräsentative Social-Media-Atlas der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna zeigt. Für den Bericht wurden 3.500 Menschen aus Deutschland befragt, welche Social Media-Kanäle sie nutzen und welche Angebote sie wie in ihrem Verhalten beeinflussen.

Ein schlechter Ruf schreckt gut ausgebildete Fachkräfte ab

Das Ergebnis: Je höher die Schulbildung, umso mehr legen Jobsuchende Wert auf einen guten Ruf ihres potenziellen Arbeitgebers. Unter Internet-Nutzern mit Hauptschul-Abschluss entschied sich jeder zehnte Arbeitssuchende gegen ein konkretes Stellenangebot aufgrund der schlechten Online-Reputation. Unter Realschul-Absolventen sind es schon 16 Prozent, unter Abiturienten sogar 19 Prozent. Mit einem Hochschulabschluss in der Tasche steigt die Quote nochmals: Sie liegt unter Akademikern bei 22 Prozent.

"Die Zahlen zeigen: Eine schlechte Reputation macht es Unternehmen schwer, die besten Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels", sagt Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter des Faktenkontors. "Dabei sollte man das Reputationsmanagement nicht nur auf das Web beschränken. Verdient wird ein guter Ruf im echten Leben – das Internet spiegelt ihn nur wider."

Insgesamt informieren sich 58 Prozent der Deutschen mit Internet-Zugang regelmäßig oder von Zeit zu Zeit im Web über Stellenangebote. In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sind es sogar 68 Prozent, in Sachsen-Anhalt hingegen lediglich 50 Prozent.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 05.07.2017
 

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