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Kaum Weiterbildung im digitalen Bereich
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Digitales Know-how

Unternehmen setzen auf Neueinstellungen statt Weiterbildung

Kerstin Dämon, wiwo.de
Fachkräfte mit digitalen Fähigkeiten sind heiß begehrt. Doch statt Mitarbeiter weiterzubilden, setzen Führungskräfte auf Neueinstellungen. Sich selbst halten viele Manager für Digital Leader – Weiterbildung nicht nötig.
"Unternehmen leben von den Mitarbeitern, die Digitalisierung lebt von den Führungskräften", sagt Uwe Oeftiger, Geschäftsführer bei dem Schweizer Antriebsspezialisten maxon motor. Oeftiger ist einer der Teilnehmer einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert Executive Consultants unter Eigentümern und Top-Managern zum Thema "Digital Leadership 2017". Mit seiner Erkenntnis ist Oeftiger unter den befragten Führungskräften eher eine Ausnahme.

Schon in der Vergangenheit haben Studien, beispielsweise die aktuelle Untersuchung des Best Practices- und Technologie-Unternehmens CEB, gezeigt: Die Deutschen sind mit der Innovationsfähigkeit ihres Unternehmens, ihrem Job und den Weiterbildungen nicht zufrieden – und die Führungskräfte tun nichts dagegen. 

Digitale Weiterbildungen werden kaum gefördert

"Im gegenwärtig doch sehr instabilen politischen und wirtschaftlichen Umfeld agieren viele Führungskräfte verstärkt risikoscheu. Während sie ihre Aufmerksamkeit den Veränderungen zum Beispiel bezüglich der Auslandsinvestitionen zuwenden, sollten sie nicht vergessen ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, Neues auszuprobieren und ihre Ideen in die Tat umzusetzen", kommentierte André Fortange, Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei CEB, die Ergebnisse des Global Talent Monitors.

Dass der Schwarze Peter bei den Führungskräften liegt, bestätigt auch die Studie von Rochus Mummert. Für die befragten Vorstände in Deutschland, Österreich und der Schweiz spielt Weiterbildung in Sachen digitalem Know How nämlich eine eher untergeordnete Rolle.

Mangelnde digitale Kenntnisse sind der Schwachpunkt der Unternehmen

So gaben sie an, dass nur ein knappes Drittel der Mitarbeiter gute oder sehr gute digitale Kenntnisse habe. Die höchste digitale Kompetenz schreiben die Führungskräfte dem IT-Leiter zu. Dabei sind fehlende digitale Kenntnisse der Mitarbeiter – egal, ob im Büro oder der Produktion – die Achillesferse der Unternehmen, wie es in der Studie heißt. Doch anstatt die Belegschaft weiterzubilden und für Neues zu interessieren, setzen die befragten Manager lieber auf Neueinstellungen junger, digitalaffiner Kollegen.

Dass die in Zeiten des demografischen Wandels ein rares – und vor allem wählerisches Gut sind, ist offenbar noch nicht zu jedem durchgedrungen. Dabei zeigt die CEB-Untersuchung: Nur 43 Prozent der Beschäftigten wollen bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben. Entsprechend wäre mehr als die Hälfte bereit, zu wechseln, wenn sie woanders mehr gefördert würden und bessere Aufstiegsmöglichkeiten hätten.
 

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