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Deutschlands Ideenschmiede ist der Süden
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Innovationsatlas 2017

Unternehmen mit Erfindergeist

Teil 2: Baden-Württemberg und Bayern sind die Patentkönige

Patente sind eine der aussagefähigsten Messgrößen für die Innovationskraft von Unternehmen und Regionen. Und wie auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung hat hier der Süden die Nase vorn. Baden-Württemberg und Bayern bringen es auf 287 beziehungsweise 236 Patentanmeldungen je 100.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Selbst dünn besiedelte ländliche Kreise in Baden-Württemberg melden mehr Patente an, als alle Großstädte in Nordrhein-Westfalen zusammen. Würde ganz Deutschland auf dem Niveau von Baden-Württemberg und Bayern Patente anmelden, läge es in einem internationalen Vergleich mit großem Vorsprung auf Platz eins.

Neben diesen beiden Patentkönigen gibt es aber auch positive Patentausnahme vom Oberbergischen Land über Ost-Westfalen bis hin zum Wirtschaftsraum um Wolfsburg. Auch die Wirtschaftsräume um Jena und Dresden stechen positiv aus dem Bild der allgemeinen Innovationsschwäche Ostdeutschlands heraus.

Die meisten MINT-Fachkräfte – egal, ob Akademiker oder Kräfte mit dualer Ausbildung – arbeiten in den süddeutschen Wirtschaftsräumen. Hier kommen 83 MINT-Akademiker auf 1000 Beschäftigte. Im Osten und Norden der Republik sind Naturwissenschaftler dagegen Mangelware.

Neben dem Süden gibt es in Deutschland jedoch noch zwei MINT-Hotspots: zum einen im Raum Dresden und zum anderen im Raum Aachen. Bei Letzterem ist wegen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen die MINT-Dichte sehr hoch.

Hochburg für technologieaffine Start-ups liegt in Thüringen

Erstaunlicherweise ist die Start-up-Hauptstadt Berlin bei Neugründungen im Tech-Bereich nur Mittelmaß. In Süddeutschland (vornehmlich Baden-Württemberg) ist die Tech-Gründerszene zwar sehr aktiv, die Hochburg für technologieorientierte Unternehmensgründungen ist jedoch Thüringen. Dort kommen auf 10.000 Unternehmen je 42 Neugründungen in innovationsaffinen Branchen. Die dortige Gründerszene profitiert von speziell auf innovative Gründungen ausgerichteten Förderprogrammen des Bundes sowie von thüringischen Landesprogrammen. Die Plätze zwei und drei belegen übrigens Baden-Württemberg und Sachsen.

In Nordrhein-Westfalen sieht es bei technologieaffinen Neugründungen dagegen ganz mies aus. Auch in der Region um Wolfsburg und Braunschweig herrscht Gründungsschwäche.

Je mehr Menschen in einer Region leben, desto besser sind sie in der Regel angebunden. In den Großstädten und dicht besiedelten Gegenden ist der Breitbandausbau also kein großes Problem. Entsprechend gut steht es um die Internetanbindung im hochverdichteten Nordrhein-Westfalen. Dort ist die Anbindung deutschlandweit am besten.

Bayern dagegen verfügt letztlich nur in den Ballungszentren über eine sehr gute Breitbandversorgung. Im ländlichen Raum – nicht nur in Bayern - sechs von zehn Haushalten Breitbandinternet.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 28.07.2017
 

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