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Fachkräftemagnet: So ziehen Sie Talente an
Wie Unternehmen zum Fachkräftemagnet werden.Foto: kninwong/Fotolia.com
Mitarbeiter-Magnet

So ziehen Sie Talente an

von Kerstin Dämon, wiwo.de
Der demografische Wandel und der Mangel an Fachkräften hemmen die Wirtschaft. Ohne Kreativität kommen die Betriebe nicht aus der Misere. Wie Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter finden, gewinnen und an sich binden.
Apple und Facebook zahlen Frauen künftig das Einfrieren ihrer Eizellen, damit diese erst einmal Karriere machen und später eine Familie gründen können. Das mag ein durchaus streitbares Angebot sein, aber es ist ein Anfang: Unternehmen müssen sich in Zukunft mehr Gedanken darüber machen, wie sie fähige Köpfe für sich gewinnen.

Von Bewerbern zu Umworbenen

Ob das sogenannte "Social Freezing" der Garant dafür ist, dass topausgebildete Frauen sich in Scharen bei den beiden US-Konzernen bewerben, sei einmal dahin gestellt. Aber einen Versuch ist es sicher wert.

Denn die Botschaft an potentielle Bewerberinnen ist: "Wenn ihr Karriere und Kinder wollt, finden wir einen wie auch immer gearteten Weg, euch das zu ermöglichen." Und ohne Entgegenkommen werden Unternehmen es immer schwerer haben, geeignete Mitarbeiter zu finden. Sie müssen sich bei ihren Fachkräften bewerben, nicht umgekehrt.

Die Zukunft ist jetzt

"Wir sprechen hier nicht von der Zukunft, sondern das ist heute schon die Arbeitsrealität", bestätigt Adam Miller, Gründer und CEO von Cornerstone OnDemand, einem Anbieter von Talent Management Software. "30 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören zur Generation der Babyboomer, sind also über 60. Das heißt, die gehen in den nächsten fünf Jahren in Rente", sagt er.

Die Unternehmen im deutschsprachigen Raum müssen also in den nächsten fünf Jahren eine ganze Menge Stellen nachbesetzen. Auch der kürzlich erschienene "Hays Global Skills Index 2014", der vom Personaldienstleister Hays in Zusammenarbeit mit Oxford Economics erstellt wurde, malt ein entsprechendes Bild.

Nicht jeder Job ist gefragt

Demnach verschärfe sich der Fachkräftemangel in Zukunft nicht nur wegen des demografischen Wandels, sondern auch durch die zunehmende Erholung der Weltwirtschaft und die Schaffung von immer mehr qualifizierten Arbeitsplätzen.

Besonders begehrt sind IT-Kräfte und Ingenieure, und werden es auch künftig sein. Besonders hoch ist der Bedarf in Industrieländern wie den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. "Die Gruppe der Arbeitnehmer hat sich gespalten: Fachkräfte, Ingenieure und High Potentials bekommen ganz schnell einen neuen Job. Übrig bleiben die Geringqualifizierten", sagt Miller.
 

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