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Recruiting im Kindergarten
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Nachwuchssuche

Recruiting im Kindergarten

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Ein Daimler-Ingenieur als Lehrer, ein Bosch-Azubi als Berufsratgeber: Unternehmen lassen sich allerlei einfallen, um junge Leute so früh wie möglich zu begeistern. Doch das hat auch Schattenseiten.
"Habt ihr Lust, ein Experiment mit mir zu machen?", fragt Stephanie Baier in die Runde. Sie steht vor der neunten Klasse des Georgii-Gymnasiums im schwäbischen Esslingen. Mitgebracht hat sie einen Bausatz für ein Auto, das mit Brennstoffzelle und Solarantrieb funktioniert. Die Schüler sollen es zusammenbauen und nebenbei mehr über alternative Antriebe lernen. Eine Lehrerin ist Baier allerdings nicht. Sie arbeitet für den Autobauer Daimler.

Ingenieure statt Lehrer – Daimler ist nur ein Beispiel für den Versuch von Unternehmen, schon frühzeitig Nachwuchs für sich zu begeistern. Auch die Deutsche Bahn, der Technikkonzern Bosch oder der Autobauer Audi wollen junge Menschen auf sich aufmerksam machen. Manche Unternehmen gehen dabei sogar schon in die Kindergärten.

"Tolles Unternehmen"

"Wir wollen Unterricht interessant machen, um später genügend technische Nachwuchskräfte in der Automobilbranche zu haben", erklärt Anna-Maria Karl, die für Daimlers Bildungsinitiative "Genius" verantwortlich ist. Im Zuge dessen schickt Daimler jährlich etwa 100 Ingenieure an Schulen, wo sie Unterricht zu Technikthemen geben. Auch Arbeitshefte hat der Stuttgarter Autobauer zusammen mit dem Schulbuchverlag Klett bereits entwickelt.

"Wir haben dadurch auch viele Anfragen für Praktika", sagt Karl. "Es geht immer darum: Interessen fördern, zugänglich machen, Türen öffnen." Dass dabei vor allem die Tür zum eigenen Unternehmen weit offen steht, will man aber nicht allzu laut sagen. "Das ist nicht unser vorrangiges Ziel", beteuert Karl. "Aber natürlich freuen wir uns, wenn die Schüler dann sagen: Das ist ein tolles Unternehmen, da wollen wir gerne mal arbeiten."

Am Georgii-Gymnasium scheint das schon Früchte zu tragen. "Jemand hatte noch Fragen zum Thema Ferienjob", sagt Daimler-Vertreterin Baier. "Ab 18 Jahren könnt ihr Euch dafür in verschiedenen Bereichen bewerben." Beim Bau des Mini-Autos fallen manche Schüler bereits als besonders talentiert auf. Der 14-jährige Alexander Gebel kann die Antwort teilweise schon geben, bevor Baier ihre Frage zu Ende formuliert hat. "Es ist nicht unbedingt besser als normaler Unterricht", sagt der Schüler. "Aber es macht mehr Spaß und ist abwechslungsreicher."

 

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