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Wie Unternehmen Krisen meistern
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Führung in schlechten Zeiten

Raus aus der Krise!

Kerstin Dämon, wiwo.de
Ein Unternehmen zu führen, wenn Mitarbeiter und Kunden zufrieden sind, es dem Markt gut geht und die Kasse klingelt, ist keine Kunst. Doch was, wenn eine Umstrukturierung ins Haus steht oder das Budget halbiert wird?
Strategische Weiterentwicklung, Budgetierung, Kostenmanagement, Niedrigzinsniveau, demografischer Wandel: Alles keine schönen Begriffe für Unternehmer. Wenn sie auf der Agenda stehen, wird es ernst. Und damit sind viele Führungskräfte überfordert, wie diverse Studien belegen.

Überforderung angesichts der Komplexität

So zeigt beispielsweise die Global CEO Study von IBM, dass die Hälfte der befragten Human Ressource Führungskräfte von der vorherrschenden Komplexität überwältigt ist. Das Problem: Das Leben wird nun mal nicht leichter und die Anforderungen an Führungskräfte nehmen ständig zu.

Jörg Krauter von der SYNK Business School hat deshalb in Zusammenarbeit mit der University of Gloucestershire Führungskräfte befragt, wie sie mit Krisen umgehen und was sie aus gemeisterten Krisen gelernt haben. Außerdem hat er mehr als 4 000 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Führung in Krisenzeiten ausgewertet und seine Ergebnisse hat er in der Arbeit "A framework of responses for leaders in adversity" zusammengetragen. Als 2008 die Finanzkrise ausbrach, sei er im engen Kontakt mit mehreren CEOs aus unterschiedlichen Branchen gewesen.

Schlüssel zum erfolgreichen Krisenmanagment

"Was die Mehrheit dieser Klienten gemeinsam hatte, war ihre Reaktion auf die Krise", heißt es in seiner Arbeit. Und weiter: "Wahrnehmbar war ein Gefühl der Hilflosigkeit, der Panik, des Schocks, der Angst, des Ärgers und des Zweifels. Die Komplexität der Situation überforderte sie in diesem Moment." Doch genau in solchen Situationen zeigt sich, ob ein Unternehmer nur ein Schönwetterchef ist, oder tatsächlich etwas taugt. Das Fazit in Kürze: Anpassungsfähigkeit ist gefragt. Wie so oft ist einer der Schlüssel die Kommunikation.

Entsprechend sagte ein Großteil der Befragten, dass sie die Kommunikation mit Mitarbeitern und Externen in der Krise als hilfreich empfanden. "Auf die Frage nach dem eigenen Verhalten in der adversen Situation konnte Kommunikation als Bewältigungsstrategie identifiziert werden. Darunter fallen Nennungen wie "intensive, gute Kommunikation, offener Umgang", "Teamkommunikation", "Mitarbeiterkommunikation", "Einbinden der Kollegen", "Bedenken und Anregungen kommunizieren", "direkte Ansprache", "nicht direkte Ansprache" sowie "eigene Vorleistung thematisieren", heißt es in der Studie. Kurz gesagt: Reden hilft, gerade in Krisenzeiten.
 

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