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Nachhaltige Unternehmen sind profitabel.
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Moderne Unternehmen

Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg

Kerstin Dämon, wiwo.de
Nachhaltigkeit zieht: Unternehmen, die über die nächsten Quartalszahlen hinaus denken, sind wirtschaftlich erfolgreicher – auch kurzfristig. Vier Punkte, die nachhaltige Betriebe mit einem sozialen Gewissen ausmacht.
Chinesische Investoren sind der geplanten Übernahme des deutschen Roboterbauers Kuka AG einen großen Schritt näher gekommen. Der deutsche Technologiekonzern und Kuka-Großaktionär Voith wird nach eigenen Angaben seine Kuka-Anteile an den chinesischen Investor Midea verkaufen.

Damit hat sich eine Hoffnung der IG Metall zerschlagen: Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek hatte kürzlich betont, er hoffe, dass Voith und der zweite deutsche Großaktionär, die Friedhelm-Loh-Gruppe aus dem hessischen Haiger mit zehn Prozent, ihre Anteile behalten. Dies wäre "ein wichtiges Signal für die Nachhaltigkeit der deutschen Wirtschaft und gegen kurzfristiges Gewinnstreben", sagte Leppek, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef bei Kuka ist.

Viele Unternehmen handeln noch nicht auf lange Sicht

Letzteres passe gut in die Zeit, sagt Didier Cossin, Professor für Finance and Governance an der Schweizer Business School IMD. Die Mehrheit der Unternehmen denke nur noch bis zu den nächsten Jahreszahlen, so seine Beobachtung. Allgemein sei die Wirtschaft sehr kurzfristig orientiert. Gibt der Umsatz während eines Monats ein bisschen nach, wetzten Aktionäre, Konkurrenten und Analysten schon die Messer, die Unternehmensführung müsse sich rechtfertigen. Für ihn verhältnismäßig unverständlich: "Sie verkaufen doch auch ihr Haus nicht, weil dessen Wert wegen irgendwelcher Marktschwankungen in den letzten zwei Wochen gefallen ist."

Nachhaltigkeit ist profitabel

Außerdem seien nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Regel profitabler als die, die nur auf den schnellen Gewinn aus seien. Und das nicht nur lang-, sondern sogar kurzfristig. 

Das zeigen auch die Ergebnisse der Unternehmen, die regelmäßig die internationalen Nachhaltigkeits-Rankings anführen, wie Henkel, BMW, SAP, Siemens oder Umicore. Letztere sind eine große Nummer in Sachen saubere Technologien.

Einen Großteil ihres Umsatzes machen die Spezialisten aus Brüssel mit Katalysatoren für Autos und Lkw, sie stellen Komponenten für Photovoltaikmodule her und haben den weltweit ersten Recyclingprozess für moderne Batterien etabliert. All diese Unternehmen finden sich unter den 100 nachhaltigsten Konzernen der Welt, einem Ranking der kanadischen Analysefirma Coporate Knights oder dem Dow Jones Sustainability Index. Und keines davon schreibt rote Zahlen - auch nicht kurz- oder langfristig, wie Coporate Knights bestätigt.
 

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