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Weiterbildung
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Personalmanagement

Mit betrieblicher Weiterbildung punkten

Kerstin Dämon, wiwo.de
Immer mehr Unternehmen finanzieren die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter – allerdings nur die der jüngeren. Das ist ein Fehler. Denn auch die Generation 50 plus ist ein Investition in die Zukunft.
Deutsche Unternehmen investieren immer mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Angestellten. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) zahlten im Jahr 2013 rund 86 Prozent der Betriebe in Deutschland ihren Mitarbeitern eine betriebliche Weiterbildung. Pro Kopf ließen sich die Unternehmen das 1 132 Euro kosten. Fast 33 Stunden nahm jeder Mitarbeiter im Schnitt an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil. Etwa ein Drittel der Weiterbildungen fällt dabei in die Freizeit der Beschäftigten.

Die Motivation von Arbeitgebern und -nehmern liegt dabei auf der Hand: Weiterbildung zahlt sich aus. Und zwar nicht nur für das Unternehmen, das dadurch qualifiziertere Mitarbeiter bekommt. Wer die Schulbank drückt, ist wettbewerbsfähiger, zufriedener und verdient mehr Geld.

Beteiligung nach Alter

Allerdings sind diejenigen, die eine Weiterbildung bekommen, oft nicht älter als 40. Denn schließlich ist die Fortbildung auch ein Lockmittel für junge, fähige Köpfe. Und je jünger der Arbeitnehmer, desto größer auch sein Wunsch nach betrieblicher Weiterbildung. Eine Umfrage von forsa im Auftrag des ILS Institut für Lernsysteme zeigt: in der Altersgruppe der 36- bis 40-Jährigen haben drei Viertel der Beschäftigten bereits eine oder mehrere Weiterbildungen absolviert. Bei den Befragten zwischen 20 und 40 Jahren steigt die Quote mit zunehmendem Alter stetig an, durchschnittlich bestätigen 56 Prozent eine vorhandene Weiterbildungserfahrung.

"Nach geglücktem Berufseinstieg wächst mit der Joberfahrung auch der Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung", erklärt Jens Greefe, Pädagogischer Leiter beim ILS. "Nebenberufliche Fortbildungen ermöglichen dann, sich gezielt neue Perspektiven zu erarbeiten und gleichzeitig von Mitbewerbern abzuheben." Auch die Statistiken des Deutschen Zentrums für Altersfragen besagen, dass unter den jüngeren Arbeitnehmern jeder Dritte eine entsprechende Förderung bekommt, bei den Arbeitnehmer über 50 ist es nur etwa jeder Fünfte.
 

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