Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Super Bewerbung
Foto: Benicce/Fotolia.com
Mittelstand in der Recruitingfalle

Employer Branding wird immer wichtiger

karriere.de
Verpasste Chancen im Mittelstand: Bis zu 200.000 Fachkräfte fehlen, meldet aktuell der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Doch vielen Bewerbern sind die Unternehmen nicht bekannt, obwohl ihre Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten dort groß sind. Die Arbeitgeber tun sich aber schwer, ihr Unternehmen ins rechte Bild zu rücken.
Zunehmend fokussieren sich Bewerber auf Unternehmen, die über eine bekannte Marke verfügen. Hier melden sich pro ausgeschriebener Stelle durchschnittlich 23 Bewerber gegenüber nur neun Bewerbern bei kleinen Unternehmen. Absolute Top-Marken unter den Arbeitgebern ziehen noch weit mehr Bewerber pro Stelle auf sich, hat das IAB festgestellt.

Durch die "Erhebung des Gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots" (EGS) und mithilfe des IAB-Betriebspanels konnte festgestellt werden, dass sich speziell für Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern das Personalrecruiting schwierig gestaltet: Fast ein Viertel der Suchprozesse führt nicht zu einer Stellenbesetzung. Auch in Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern müssen elf Prozent alle Stellenbesetzungen  mangels geeigneter Bewerbungen abgebrochen werden.
Verteilung der Betriebe und Beschäftigtenklein= weniger als 50 Beschäftigte; mittel = 50 bis 249 Beschäftigte; groß = 250 und mehr BeschäftigteQuelle/Grafik: IAB
Die aktuelle Studie macht deutlich: Für die Gesamtwirtschaft wird dieser Trend immer problematischer, denn auf Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten fallen 71 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebotes. Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten haben dagegen keine Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen: Nur zwei Prozent alle Ausschreibungen sind hier ohne Erfolg.

Bekanntheit erzeugen

Ein Problem der kleinen Betriebe ist, dass sie häufig  über keine gut gestaltetet Homepage mit entsprechenden Stellenausschreibungen verfügen. Handlungsempfehlungen der IAB-Forscher für kleine Betriebe lauten deshalb, Inserate für offene Stellen auch stärker überregional zu verbreiten, beispielsweise über Online-Stellenbörsen.

Nicht zuletzt sei die Mitarbeiterbindung eine Stellschraube, an der kleine Betriebe drehen können. "Gerade weil das Budget in kleinen Betrieben häufig eingeschränkter ist als in großen, können gute Arbeitsbedingungen – beispielsweise durch eine leichte Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Möglichkeiten eigenverantwortlichen Arbeitens – ein zentrales Argument im Wettbewerb um geeignete neue Mitarbeiter sein", schreiben die IAB-Forscher. Mundpropaganda eignet sich gut, um diese Vorteile nach außen zu tragen, Employer Branding macht es darüber hinaus sichtbar.

Größere Chancen in kleinen Unternehmen

Für Jobsuchende hat dieser Trend logische Konsequenzen: Je größer das Unternehmen, bei dem man sich bewirbt, desto größer ist der Wettbewerb und desto geringer sind die Chancen, in den engeren Auswahlkreis für die ausgeschrieben Stelle zu gelangen. 

Außergewöhnlich gute Erfolgsaussichten hat dagegen derjenige Bewerber, der sich bei kleinen oder mittleren Unternehmen bewirbt, da viele offene Stellen nicht besetzt werden konnten und es weniger Mitbewerber für die ausgeschrieben Stellen gibt. 
Dieser Artikel ist erschienen am 01.07.2013

Meinestadt.de

Leuchtturm der Region