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Kein Risiko im Job
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Lektionen aus der Krise

Konjunktur für besonnene Chefs mit Risikogespür

Claudia Tödtmann, wiwo.de
Unternehmen müssen einer Gesellschaft von Nutzen sein, sonst sterben sie. Erfahrene und besonnene Führungskräfte sind deshalb heute gefragter als eigensinnige Ehrgeizlinge, sagt Jochen Kienbaum, Chef der gleichnamigen Personalberatung, im Interview.
Herr Kienbaum, die Commerzbank präsentiert sich in ihren neuen Werbespots als reuige Sünderin, die aus den Fehlern der vergangenen Jahre ihre Lehren gezogen hat. Hat die Finanzkrise in den vergangenen fünf Jahren wirklich etwas in den Köpfen der Banker verändert?

Kienbaum: Natürlich sind die Banker nicht über Nacht zu anderen Menschen geworden. Aber sie haben ihre Lektionen aus der Krise durchaus gelernt, davon bin ich überzeugt.

Was macht Sie da so sicher?

Wirtschaftsunternehmen können auf Dauer nicht gegen Öffentlichkeit, Gesetzgeber und Verbraucher operieren. Die Gesellschaft muss einer Unternehmung Nützlichkeit zusprechen, ansonsten beginnt sie zu sterben. Die Umbauprozesse in vielen Häusern sind Ausdruck dieser Einsicht.

Ist das verwunderlich? Schließlich gelten die Banken als Hauptschuldige der Krise.

Deshalb verändert sich die Branche. Und zwar von innen und außen – durch einen selbstkritischen Neuanfang einerseits und externe Regulierung andererseits.

Gilt das nur für den Bankensektor?

Nein, das trifft auf sämtliche Branchen zu. Es geht um nachhaltige Ertragskraft in Kombination mit höchster Seriosität und hohem Verantwortungsbewusstsein.

 

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