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Freischwimmen für den Job
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Chef sein

Freischwimmer für die Führungsposition

Teil 3: Blick auf die Machtverhältnisse


Das ist keine Selbstverständlichkeit. "Wer als Vorstandschef von außen kommt, hat es ungleich schwerer", weiß Wulf Bernotat, früher Chef des Energiekonzerns Eon. Fast jeder dritte neue Unternehmenslenker ist inzwischen ein Externer — Tendenz stark steigend, wie eine Analyse der Beratung Booz Company unter den 2500 größten börsennotierten Firmen weltweit zeigt.

"Der Externe sollte sich wenn möglich vorab ein genaues Bild von den Machtverhältnissen und Erwartungen im Unternehmen und Aufsichtsrat machen", rät Bernotat. Allein ist das kaum zu leisten.

Ein erfahrener Mentor kann helfen, unsichtbare Seilschaften und mögliche Widerstände zu entdecken.

Ex-Manager als Mentoren für Chefs

Bernotat hat hier eine Marktlücke gefunden. Für seine Mentorenfirma Bernotat Cie. sind inzwischen 18 hochkarätige Manager aktiv.

Im Unternehmen gebe es häufig Widersacher, die nicht unbedingt am Erfolg des neuen Chefs interessiert seien, weiß Bernotat. "Wer zu blauäugig herangeht, tappt schnell in die Falle."

Ex-Manager als Mentoren für Chefs sind hierzulande selten — anders als im angelsächsischen Raum. "Aber eigentlich sollte jede Firma ein hohes Interesse an einem glatten Start des Neuen haben", meint Bernotat.

Exklusives Nachsitzen an der Uni

So manches Unternehmen schickt den Chef in spe zum Nachsitzen an die Uni. Wie Stanford bieten diverse Business Schools mehrwöchige Seminare für künftige CEOs an.

Die sind exklusiv und teuer. Das sechswöchige "Stanford Executive Program" etwa, das seit 1952 besteht, kostet rund 45.000 Euro. Immerhin: Kost und Logis, Materialien und ein iPad sind im Preis inbegriffen, wirbt Stanford auf der Homepage.

Auch in der Mensa müssen die Chef-Studenten nicht darben: Das Essen bereitet ein Sternekoch zu. Außerdem lockt die lebenslange Mitgliedschaft im Alumni Club von Stanford — als Türöffner für Geschäft und Karriere unbezahlbar.

 

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