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Freischwimmen für den Job
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Chef sein

Freischwimmer für die Führungsposition

Teil 2: Wichtige Integrationshilfe für Chefs


Die Gleichgültigkeit der Unternehmen hat Folgen: Die Mehrheit der Topmanager (57 Prozent) braucht mehr als ein halbes Jahr, um sich in ihre neue Aufgabe einzufinden. Gerade mal jeder fünfte Manager empfand den Wechsel in die Spitzenposition als einfach.

Michael Ensser, Deutschlandchef von Egon Zehnder, kann sich darüber nur wundern: "Organisationen können sich heute kein Führungsvakuum leisten. Schließlich müssen Neuzugänge viel schneller als früher Wirkung entfalten."

Dreiviertel der Manager hätten sich denn auch rückblickend Integrationshilfe vor dem ersten Arbeitstag gewünscht.

Lernen vom Vorgänger

Vorbildlich, aber selten: Der Vorgänger lernt seinen Nachfolger selbst an. So geschehen bei RWE-Chef Peter Terium, der sich fast ein Jahr lang als Vize des Energiekonzerns im Schatten von Jürgen Großmann warmlaufen konnte.

Kasper Rorsted konnte sich über ein Jahr lang neben Henkel-Chef Ulrich Lehner in der Geschäftsführung auf seine neue Rolle vorbereiten.

Die Methode "Chef-Lehrling" hat sich bewährt, hat aber ihre Tücken. Zum einen müssen beide von ihrer Persönlichkeit her dazu bereit sein — das schafft nicht jedes Alphatier. Zum anderen darf die Übergangsphase nicht zu lange dauern, sonst gelten beide schnell als "lahme Ente". "Der alte Chef hat nichts mehr, der neue noch nichts zu sagen", warnt Walter.

Respektabler Übergang

Auch Quereinsteiger Roland Koch durfte sich beim Baukonzern Bilfinger vier Monate als "normaler" Vorstand einarbeiten. Erfahrung in Unternehmen hatte der hessische Ministerpräsident bis dato nur als Aufsichtsrat.

Im Juli 2011 übernahm er von Vorgänger Herbert Bodner dann das Zepter. Der Übergang scheint geglückt: Mit guten Zahlen und klarer Führung hat er sich Respekt verschafft.

 

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