Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Frauenquote
Foto: fotomek / fotolia.com
Frauenquote

Dax-Konzerne hinken mächtig hinterher

Teil 2: Warten bis die Verträge auslaufen

Dabei gelten außer dem Präsidium und dem Ständigen Ausschuss der Prüfungs-, Personal-, Vergütungs- und der Nominierungsausschuss als die Wichtigen. Doch da spielen Frauen "nur eine untergeordnete Rolle", kritisiert DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Nur 16,3 Prozent dieser entscheidenden Positionen sind mit Frauen besetzt.

27 Jahre Aufsichtsrat: Schoch bei BMW, Haarmann bei SAP

Notfalls müssten die Konzerne neue Aufsichtsratsposten schaffen. Denn manche versuchen sich darauf auszuruhen, dass die Verträge ihrer männlichen Aufsichtsräte noch nicht bis zum Stichtag auslaufen. Im Schnitt gehören die Aufsichtsräte den DAX30-Kontrollgremiem sechs Jahre an. Am längsten sind sie bei Fresenius Medical Care – und zwar 14 Jahre lang. Am kürzesten dagegen bei der Lufthansa mit drei Jahren Zugehörigkeit. Die Kontrolleure mit der meisten Aufsichtsratsjahren auf dem Buckel sind Manfred Schoch bei BMW und Wilhelm Haarmann bei SAP: Beide sind schon 27 Jahre dabei.

Und weil Aufsichtsratsmandate Nebenjobs sind, die im Jahr lediglich sechs bis acht Wochen Arbeit verursachen, ist Simone Bagel-Trah nebenbei seit April auch im Aufsichtsrat von Bayer. Deshalb können die Unternehmen Frauen im Aufsichtsrat einfacher präsentieren als im Vorstand: Goldröcke haben die Norweger diese Damen getauft, die auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen und mehrere Aufsichtsratsposten innehaben. Renate Köcher, Nicola Leibinger-Kammüller und Ann-Kristin-Achleitner leben das auch hierzulande vor.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 17.10.2015
 

Fair Company | Initiative