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Lehrstellensituation
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Employer Branding

Azubis finden und binden

von Kerstin Dämon, wiwo.de
Junge Menschen haben nur ihr Smartphone im Kopf und haben keine Lust auf Ausbildung? Die Realität sieht anders aus. Was Unternehmen über ihre künftigen Mitarbeiter wissen sollten.
Ohne Studium geht nichts: Immer weniger junge Menschen machen in Deutschland eine Ausbildung. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sank 2014 nach dem neuen Berufsbildungsbericht erneut um 1,4 Prozent auf rund 520.000. Entsprechend blieben im Jahr 2014 rund 37.000 Lehrstellen unbesetzt. 

Ausbildung gesucht 

Die Gründe für den Mangel an Azubis sind vielfältig: zu demografischen Effekten wie der sinkenden Schulabgänger-Zahl und dem generellen Trend zum Studium kommen noch diverse Vorurteile der Unternehmen, die beispielsweise keine Migranten oder Hauptschüler ausbilden wollen. "Über 280.000 von der Bundesagentur für Arbeit als geeignet eingestufte Jugendliche haben vergeblich eine Ausbildung gesucht", beschweren sich entsprechend die Gewerkschafter – oft handelte es sich um Hauptschüler oder Leistungsschwächere.

Doch wie viel ist denn dran an dem Bild, das viele Chefs offenbar von den 15- bis 18-jährigen Lehrlingen haben? Sind sie wirklich mit ihrem Smartphone verwachsen und werden von ihren Helikopter-Eltern vor jeglicher Unbill des Lebens bewahrt? Besteht die Jugend nur noch aus unselbstständigen, ungebildeten, egoistischen Facebook-Junkies? Die aktuelle Ausgabe der jährlich durchgeführten Studie Azubi-Recruiting Trends unter 799 Ausbildern und 1428 Azubis zeigt: Der Nachwuchs tickt anders, als so mancher Vorgesetzte fürchtet.

Traditionelle Bewerbungswege 

Bei der Bewerbung beispielsweise sind die jungen Menschen überraschend konservativ: Rund 71 Prozent der befragten Schüler und Azubis bewerben sich "gerne" oder "sehr gerne" traditionell mit Mappe und Anschreiben. Via E-Mail würden sich 61 Prozent bewerben, 51 Prozent finden Online-Bewerbungen auf der Karriere-Seite eines Unternehmens gut. "Eine schriftliche Bewerbung kann viel mehr von einer Person zeigen, da viel Mühe investiert werden kann beziehungsweise der erste Eindruck ein ganz anderer ist als bei einer Onlinebewerbung", begründete einer der Teilnehmer seine Vorliebe für die klassische Variante.

Mobile Bewerbungen finden die Nachwuchs-Kräfte dagegen alles andere als angemessen. So sagte einer der Befragten: "Wer mit dem Handy eine Bewerbung schreibt, hat auch keine Lust auf Arbeiten."Was das angeht, müssten sich Chefs und Lehrlinge bestens verstehen. Denn laut einer Umfrage der Jobsuchmaschine Indeed haben nur zwölf Prozent der befragten Arbeitgeber ihre Job- und Karriereseiten für mobile Endgeräte optimiert. Entsprechend finden auch nur elf Prozent der Ausbilder eine Bewerbung per Smartphone akzeptabel.
 

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