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Start-up-Inkubatoren
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Milliarden-Investitionen

Auf der Jagd nach dem "next best thing"

Teil 2: Investitionsfreudiges Deutschland

Damit ist Deutschland Europameister – niemand steckt mehr Geld in die Start-up-Förderung als die Deutschen. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor, für die BCG die Venturing-Strategien, -Suchfelder und -Tools der jeweils 30 größten Unternehmen in den sieben innovationsgetriebenen Industrien analysierte. Allein 2015 investierten die deutschen Unternehmen mehr als 260 Millionen Dollar in junge Unternehmen.
 
International liegt Deutschland mit seinem Investment in Start-ups übrigens auf Rang vier. Nur die USA, China und Japan liegen vor den Deutschen. Wobei in China die Start-up-Förderung auch auf Befehl der Regierung geschieht. Hierzulande ist es die Angst, abgehängt zu werden, die die Geldbeutel weitet.
 
"Wir haben jetzt auch ein Start-up"

Doch auch die Zalandos, Lieferandos und wie sie alle heißen, können die historisch gewachsenen Konzerne offenbar nicht zukunftsfähig machen. Erste Rückzüge, Notverkäufe und Pleiten haben die Hoffnungen getrübt und für Ernüchterung gesorgt. Trotzdem investieren viele blind weiter - in der Hoffnung, zufällig auf das Einhorn zu stoßen, wenn man nur in "irgendwas mit Apps" oder "irgendwas mit Internet" investiert. Schon vor zwei Jahren prophezeite Fred Destin vom Risikokapitalgeber Accel Partners in London, dass es nicht funktionieren werde, wenn sich jeder Großkonzern "seinen eigenen Accelerator anflanscht." Gerade, da viele Unternehmen die Start-ups, die sie fördern, nicht richtig auswählen und diese ganze Nummer eher als PR-Show betrachten.

Und was die Unicorns angeht, in die die Deutschen so viel Hoffnung setzen: Im Silicon Valley, wo diese ihren Ursprung haben, spricht man schon seit längerem vom Einhornsterben.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 07.05.2016
 

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