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Rund 2,8 Millionen Studenten starten in den ersten Oktober-Wochen ins Wintersemester.
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Studentenleben 2016

Zwischen Realität und Illusion

Teil 2: Trotz hoher Kosten sind Studienkredite unbeliebt

Trotz steigender Studentenzahlen werden immer weniger Studienkredite in Anspruch genommen. Die Zahl der 2015 abgeschlossenen Kreditverträge sank im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent, ermittelte das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). "Es gibt in Deutschland eine Mentalität, sich möglichst wenig zu verschulden", sagt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. "Das hat sich schon früher bei der Einführung von Studiengebühren gezeigt – wer sich die nicht leisten konnte, hat eher gejobbt als einen Studienkredit aufzunehmen." Auf Stipendien kann nur ein kleiner Teil der Studierenden zurückgreifen.

Steigende Mietpreise machen Studenten zu schaffen

Gut 37 Prozent mehr Miete als vor sechs Jahren müssen Studierende für eine Wohnung in Berlin hinblättern, in München und Stuttgart, aber selbst in Osnabrück sieht es ähnlich dramatisch aus. Diese Mietpreisdynamik macht Studenten bundesweit zu schaffen. Zugleich ermittelte das DSW, dass sich Studierende zu 27 Prozent ein WG-Zimmer wünschen, zu 26 Prozent eine Wohnung alleine und zu 31 Prozent eine Bleibe mit Partner, eventuell auch mit Kind. Im "Hotel Mama" wollten nur 6 Prozent bleiben, in einem Studentenwohnheim 9 Prozent. "Der Anteil derjenigen, die als Studenten noch bei den Eltern wohnen, könnte anwachsen", sagt DSW-Manager Meyer auf der Heyde.

Eine breit angelegte wissenschaftliche Untersuchung dazu stellte der AOK-Bundesverband in Berlin vor. Mehr als 18.000 Studierende wurden befragt. Die Studie zeige "nicht nur die unterschiedlichen Formen von Stress und deren Ursachen auf, sondern liefert neben geschlechterspezifischen Unterschieden auch spannende Vergleiche zwischen den Studienfächern, den Hochschul- und den Abschlussarten", wie die AOK ankündigte.

Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 12.10.2016
 

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