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Konsortialprogramme

Zwei Welten zusammenbringen

Stefani Hergert
Weiterbildung birgt für Unternehmen ein Dilemma. In frei zugänglichen Kursen können Mitarbeiter keine Projekte bearbeiten, in firmeneigenen hingegen fehlt der Erfahrungsaustausch mit anderen Branchen. Konsortial-Programme sollen das lösen.
 Foto: Guenter-Z./Pixelio

Von anderen lernen

Wie kann man neue Technologien erfolgreich vertreiben? Vor dieser Herausforderung stehen viele Unternehmen. Warum nicht davon lernen, wie andere es machen?

Andrew Holden, Vertriebsleiter beim Papiermaschinenhersteller Voith Paper hat genau das in einem Seminar gemacht. In einer Gruppe mit fünf Teilnehmern verschiedener Firmen präsentierte er ein Problem, das sein Arbeitgeber lösen wollte. Gemeinsam fanden sie einen Weg. „Gerade weil die anderen wenig Einblick in mein Tagesgeschäft hatten, konnten sie mit dem Blick von außen helfen“, sagt Holden.

Glossar

Konsortialprogramme, MBA, Executive MBA

Angst, dass ein Wettbewerber zu genau hinhört, musste er nicht haben. Die Teilnehmer hatte der Anbieter, die private Wirtschaftshochschule ESMT, sorgfältig ausgewählt: Sie kamen aus unterschiedlichen Siemens-Sparten, von Thyssen-Krupps Fahrstuhltochter, Voith Paper und MAN. Keine direkten Konkurrenten, aber Firmen mit ähnlichem Hintergrund. Andere waren nicht zugelassen.

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Wichtige Säule der Führungskräfteausbildung

Konsortialprogramme nennen sich solche Seminare. Sie sind ein Hybrid aus offenen Weiterbildungsseminaren, die Manager aller Firmen besuchen können, und Firmenkursen nur für die eigenen Mitarbeiter. „Sie werden künftig eine wichtige Säule der Führungskräfteausbildung sein“, sagt Michael Heuser, der an der privaten Fachhochschule der Wirtschaft lehrt und lange die Corporate University der Lufthansa geleitet hat.

Sie sollen das Beste aus zwei Welten vereinen – und stellen Unternehmen wie Wirtschaftshochschulen vor Herausforderungen. Die spannende Frage ist: Wie spezifisch kann ein Programm auf die Wünsche der Unternehmen eingehen und den Teilnehmern dabei trotzdem den Austausch mit Teilnehmern anderer Branchen oder Kulturkreise ermöglichen?
 

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