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Der Rektor der Leipziger Wirtschaftshochschule HHL über seine zweite Amtszeit, eine rote Null und ein neues Führungsmodell für Manager.
Foto: Manuel Schönfeld / fotolia.com
Interview

"Wir bilden keine Anthroposophen aus"

Teil 2: "Führung neu denken"

Nun ja, die HHL hat 1994 vom Freistaat Sachsen ein Darlehen in Höhe von umgerechnet 12,8 Millionen Euro erhalten, mit dem sie jedes Jahr die Verluste ausgleicht. Was schon verbraucht ist, müssen Sie nicht mal zurückzahlen. Welche Summe ist denn noch da?

Es wurden in 20 Jahren des Wiederaufbaus der Hochschule etwa 7,7 Millionen Euro entnommen. Wenn Sie das mit den verlorenen Zuschüssen für andere private Universitäten vergleichen, ist das eine angemessene und gut angelegte Förderung, die sich für Sachsen längst mehrfach auszahlt.

Sie wollen international mitspielen. Ihr EMBA für erfahrene Führungskräfte hatte 2014 erst 15 Teilnehmer. Für die wichtigen Rankings brauchen sie aber 30.

Mit dem Voll- und dem Teilzeit-MBA sind wir bereits in den Rankings. Mit dem noch jungen Global Executive MBA, in dem aktuell 20 Teilnehmer studieren, gehen wir in die gleiche Richtung. Bei uns hat die Qualität der Bewerber stets Vorrang vor der Quantität. Als ich kam, hatte ich das Gefühl, dass der Master of Science in Management ...

... der frühere Diplom-Kaufmann ...

... das Standbein der HHL ist und der MBA nur ein Spielbein. Mittlerweile hat sich der MBA zum zweiten Standbein entwickelt, allen Unkenrufen und der weltweiten Abkühlung des MBA-Marktes zum Trotz.

Wenn der Master das traditionelle Standbein ist, dann muss es doch sehr schmerzen, dass genau dieser im wichtigsten Ranking zuletzt etliche Plätze verloren hat. Dabei machen Sie Ihren Erfolg doch an diesen Rankings fest.

Wir haben uns in den letzten fünf Jahren von Plätzen hinter 40 auf zuletzt Rang 17 weltweit deutlich verbessert. Dass wir es vor zwei Jahren schon einmal unter die Top 10 geschafft haben, zeigt unser Potenzial wie auch die hohen Anforderungen, um ein solches Ziel nachhaltig zu erreichen, was wir bis 2023 anstreben.
 
Sie haben schon 2012 ein Leipziger Führungsmodell angekündigt, jetzt soll es endlich kommen.

Moment, wir haben 2012 in unser Zukunftskonzept die Vision einer neuen Leipziger Schule für nachhaltige Unternehmensführung geschrieben, an der wir seitdem intensiv arbeiten. Unser Modell stellen wir im Dezember auf dem HHL-Forum "Führung neu denken" vor. Parallel hierzu überarbeiten wir unsere Curricula grundlegend.
 

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