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Ranking

Wie BWLer ihren Master finden

Mark Fehr
Das erste Ranking für Master-Studiengänge der Betriebswirtschaftslehre ist da. Die Studentenbefragung hält einige Überraschungen bereit. Wir erklären Ihnen, was dahinter steckt.
Welcher Master kommt nach dem Bachelor?Foto: © Emanuel Bloedt
Bachelor - und dann? Bisher gab es kaum Entscheidungshilfen für frisch gebackene Bachelors, die noch einen Master drauflegen wollten. Jetzt ist endlich das erste Ranking für Master der Betriebswirtschaft da. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat im Auftrag des Magazins Zeit Campus, das wie Handelsblatt Junge Karriere zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört, 1400 BWL-Studenten gefragt, wie zufrieden sie mit ihren Master-Studiengängen sind.Gleich drei private Hochschulen schafften es in der Bewertung ganz nach vorne - darunter die European Business School aus Oestrich-Winkel, eine bekannte Kaderschmiede für den Wirtschaftsnachwuchs. Das Ranking hält aber auch Überraschungen bereit: Die Uni Augsburg - eine Hochschule mit ordentlichem Ruf, aber alles andere als Deutschlands Hochburg der Betriebswirtschaftslehre - gehört zu den Spitzenreitern. Die Uni St. Gallen zählt zwar nicht nur für die Eidgenossen zu den Topadressen und zieht auch viele deutsche Studenten an. Im Master-Ranking bewegt sich das akademische Aushängeschild der Schweiz aber nur im Mittelfeld. Als Geheimtipp entpuppt sich die kleine Fachhochschule im thüringischen Städtchen Schmalkalden. Ihr BWL-Master lockte bisher nur wenige deutsche Studenten.

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Der größte Teil kommt aus dem AuslandDer größte Teil der 30 Immatrikulierten kommt aus dem Ausland. Schlecht sind die Ergebnisse der Unis Paderborn und Halle-Wittenberg. Letztere erreicht lediglich beim Forschungsbezug das Mittelfeld und gehört sonst stets zu den Schlusslichtern. Das CHE fasst die Ergebnisse aus der Befragung in fünf Bereiche zusammen: Am "Gesamturteil" zeigt sich, wie die Studenten ihre allgemeine Situation bewerten. Beim "Praxisbezug" punkten Programme, die Dozenten mit reichlich Berufserfahrung einsetzen oder den Teilnehmern Praktika bieten. Ob sich die Studenten an der Forschung beteiligen können, und Forschungsergebnisse in den Vorlesungen thematisiert werden, fließt in den Indikator "Forschungsbezug" ein. Beim "Lehrangebot" wird untersucht, ob die Ausbildung international ausgerichtet ist und wie gut der Stoff vermittelt wird oder ob das Prüfungssystem transparent ist.Der Indikator "Übergang zum Master" gibt Auskunft, ob die Kurse auf dem Bachelor-Studium aufbauen und ob die vorher erbrachten Studienleistungen anerkannt werden. Bei der Interpretation ist jedoch zu beachten: Viele Hochschulen bieten zwei bis drei Master an. St. Gallen hat sogar fünf im Portfolio. "Wir haben an jeder Hochschule die Studenten aller angebotenen BWL-Master befragt", sagt Isabel Roessler vom CHE.Der Leser erfährt deshalb nicht, welcher Studiengang für das Ergebnis einer Hochschule verantwortlich ist. Außerdem werden die Studenten nur zu Programmen gefragt, in denen sie selbst eingeschrieben sind, und geben der eigenen Uni möglicherweise einen Bonus. Wie Arbeitgeber über die Ausbildung denken, bleibt offen. Auch das sehr gute Abschneiden von Überraschungssieger Augsburg lässt sich erklären, wenn man genau hinschaut.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.01.2009
 

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