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Business Schools

Werden die Verfolger aus Europa nun zu Gejagten?

Stefani Hergert
Die europäischen Wirtschaftshochschulen haben in den vergangenen zehn Jahren zur Weltspitze aufgeschlossen. Doch vielen fehlt noch immer der starke Markenname. Die wachsende Konkurrenz aus Asien ist für sie daher bedrohlicher als für US-Hochschulen.

Foto: London Business School

Verschiebung in den Ranglisten

Als die London Business School (LBS) 2010 zum ersten Mal alleine an der Spitze des in Europa einflussreichsten Rankings von MBA-Programmen stand, war das eine Sensation. Zum ersten Mal führte eine europäische Wirtschaftshochschule die Rangliste der britischen „Financial Times“ (FT) an, die Dominanz der Amerikaner war endgültig gebrochen.

Seit mehr als zehn Jahren hatte sie sich kontinuierlich nach oben gearbeitet – und steht damit exemplarisch für den Aufstieg der europäischen Business Schools. In den vergangenen zehn Jahren sind die Europäer gleichgezogen mit den Traditions-Universitäten der USA, dem Heimatland des MBA. Waren 2001 drei Europäer unter den Top 20 im FT-Ranking, kam 2011 ein Drittel der Hochschulen aus Europa.

Die besten Jobs von allen


Sie haben es nicht nur geschafft, Absolventen hervorzubringen, die heute an den Schaltstellen der europäischen Wirtschaft sitzen. Sie haben ein eigenes Profil entwickelt, einen Typus des praxisnahen Managementprogramms, der exemplarisch für den Kontinent steht. „Während sie vor einigen Jahren noch als US-Importe angesehen wurden, sind die MBA-Programme nun Teil der europäischen Bildungslandschaft“, sagt Eric Cornuel, Generaldirektor des Management-Netzwerks EFMD, das mit dem Equis-Siegel auch eine der drei international wichtigen Akkreditierungen für Business Schools vergibt.

Europäischen Business Schools fehlt Prestige

Das einjährige Studium, die Vielfalt der Nationen und Kulturen in den Klassen sind ihr Markenzeichen geworden. Gespannt schauen die einstigen Aufsteiger nun auf die neuen Emporkömmlinge in Asien, denen eine ähnliche Entwicklung prophezeit wird.

Doch im Vergleich zur amerikanischen Konkurrenz haben die Europäer dort einen Nachteil. „Europäische Business Schools haben nicht das Prestige und den Markennamen, den die US-Schulen haben“, sagt Jim Pulcrano, der das International Institute for Management Development (IMD) im schweizerischen Lausanne leitet.


 

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