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Was soll ich studieren?
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Zukunftssichere Jobs

Welches Studium lohnt sich noch?

Teil 2: Hochschulen müssen sich der Digitalisierung stellen

Doch gerade die Veränderungen durch die Digitalisierung kommen laut Stifterverband häufig noch zu kurz. Lehre und Studium müssten sich der Entwicklung stärker stellen, denn die zunehmende Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelt setze nicht nur bei Informatikern neue Kompetenzen und Qualifikationsprofile von Hochschulabsolventen voraus. "In allen Arbeitsfeldern erfolgt eine Technisierung, die die souveräne Nutzung digitaler Medien erfordert. Damit müssen sich auch Studieninhalte, Lernformate und Lehrmethoden weiterentwickeln", heißt es in dem Bericht.

Entsprechend stellen sich viele Universitäten auf die veränderten Anforderungen ein – und nehmen beispielsweise (Aufbau-)Studiengänge wie "Vorgehensweisen, Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung von Industrie 4.0-Geschäftsmodellen im Mittelstand" oder "Medizin im digitalen Zeitalter" an. Andere Hochschulen würden gerne, beklagen aber die fehlenden Mittel: veraltete Technik, kein Personal.

Klassische Bildung um digitale Kompetenzen erweitert

Deshalb unterstützen der Stifterverband und die Carl-Zeiss-Stiftung seit dem vergangenen Jahr Universitäten und Hochschulen, die Studenten auf die digitale Zukunft vorbereiten, mit rund 700.000 Euro. Voraussetzung, um am Förderprogramm "Curriculum 4.0" teilzunehmen, ist, dass die Inhalte verbindlich im Lehrplan verankert sind und ganze Studiengänge – zumindest aber curriculare Abschnitte oder Module, wie die Studieneingangsphase – umfassen und auf andere Fachbereiche oder Institutionen übertragbar sind.

Dem Stifterverband gehe es jedoch nicht um eine weitere Ökonomisierung der Bildung. Vielmehr solle die klassische akademische Bildung um digitale Kompetenzen erweitert und ergänzt werden. Laut dem Hochschulbildungsreport müssen Universitäten in Zukunft neben der Vermittlung von Fachwissen vor allem Folgendes leisten:

1. Individuelle Dimension: Wahlmöglichkeiten erhöhen und Kompetenzcoaching einführen

2. Räumliche/institutionelle Dimension: unterschiedliche Lernorte nutzen

3. Didaktische Dimension: aktives digitales und forschendes Lernen und Lehren verankern

4. Zeitliche Dimension: lebenslanges akademisches Lernen ermöglichen

Absolventen müssen auch mit unvorhergesehenen Situationen umgehen können

Das gilt auch für Business Schools, wie Mauer von der ESCP Europe sagt. Unter seiner Leitung ist deshalb das Programm "Executive Master in Digital Innovation and Entrepreneurial Leadership" entstanden. Mauer spricht von einem Laborschiff, "auf dem wir mit unseren Teilnehmern eine noch ungewisse Zukunft erkunden." Den Teilnehmern – Gründern, Unternehmer, aber auch Angestellten und Managern – werde nicht nur vermittelt, was Digitalisierung bedeutet, sondern auch, wie sie mit neuen Playern umgehen müssen, wie Mauer sagt.

"Manager brauchen jetzt Fähigkeiten, um in einer nicht planbaren, unsicheren Welt überleben zu können beziehungsweise handlungsfähig zu bleiben." Dazu gehört auch, zu wissen, wie sich mit neuen Arbeitsweisen oder agilen Ansätzen Veränderungen proaktiv befördern lassen. In dieselbe Kerbe schlagen auch andere Business Schools mit ihren Seminare, Studiengängen und Projekten. Fachwissen ist schön und gut, doch das allein reicht in Zukunft eben nicht mehr aus.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 14.06.2017
 

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