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Was soll ich studieren?
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Zukunftssichere Jobs

Welches Studium lohnt sich noch?

Kerstin Dämon, wiwo.de
Qual der Wahl: Mehr als 18.000 verschiedene Studiengänge gibt es in Deutschland. Immer mehr Fächer sollen fit für die Arbeitswelt 4.0 machen. Auch an Business Schools dreht sich alles um Zukunftsfähigkeit.
Brandenburger Abiturienten mussten die Mathe-Klausur wiederholen, in Baden-Württemberg wurden falsche Englisch-Aufgaben verteilt und in Nordrhein-Westfalen müssen Prüfungen wiederholt werden – wegen eines Kopierfehlers. Trotzdem: Die Mehrheit der Schüler hat das Abitur nun so gut wie in der Tasche. Jetzt heißt es für rund 500.000 von ihnen, sich an einer Uni oder Fachhochschule einzuschreiben. So viele junge Menschen wollen Schätzungen von Universitäten und Fachhochschulen zufolge zum Wintersemester ein Studium beginnen. Die Einschreibefrist endet an vielen Universitäten bereits Mitte Juli. Viel Zeit zum Überlegen bleibt also nicht.

Was soll ich studieren? Die krisenfesten Klassiker BWL, Jura, Medizin? Oder lieber etwas aus dem MINT oder IT-Bereich? Medieninformatik, weil irgendwas mit Medien immer noch irgendwie angesagt ist? Mehr als 18.000 verschiedene Studiengänge stehen derzeit in Deutschland zur Wahl – von 'Angewandter Informatik' bis 'Zukunftssicher Bauen – Sustainable Structures' ist alles dabei.

Zum Vergleich: Anerkannte Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland gerade einmal 328. Entsprechend haben nicht nur angehende Studenten die Qual der Wahl, auch Unternehmen fragen sich immer häufiger, was sie eigentlich von einem Bewerber erwarten können, der beispielsweise einen Bachelorabschluss in Nachhaltiger Ressourcenwirtschaft hat.

Defizite in Praxis und Grundlagenwissen

Unabhängig vom Studienfach sind die Betriebe mit der Qualität von Auszubildenden und Hochschulabsolventen nicht immer zufrieden. Wer nach dem BWL-Studium in einem echten Betrieb steht, dem fehlt es oft an Grundlagenwissen und Praxiserfahrung, so die Erfahrung von Unternehmen und Absolventen. Denn gelehrt wird häufig noch, was für die planbare Wirtschaft von gestern galt. Die Unternehmen erleben dagegen immer häufiger, dass der Jahresplan durch technische und gesellschaftliche Veränderung schon am 2. Januar obsolet wird.

"Früher hat man in der klassischen BWL und in Studiengängen für Executives gelehrt, dass Planung alles ist. Auf mehr Unsicherheiten wurde mit einem verbesserten Risikomanagement reagiert. Das funktioniert heute häufig nicht mehr", bestätigt René Mauer. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship und Innovation an der Business School ESCP Europe in Berlin und leitet das Leadership-Programm "Unternehmerschule", das in Zusammenarbeit mit dem Unternehmerclub Berlin entwickelt wurde und Unternehmergeist stärken will und in enger Zusammenarbeit mit Mentoren aus der Praxis Studierende auf ihre zukünftige Arbeit vorbereiten soll.

Duales Studium spielt untergeordnete Rolle

Er selbst habe ein duales Studium absolviert, an einer Universität und beim Multi-Technologiekonzern 3M. So habe er eine ganze Menge Praxis zur Theorie bekommen. Sie spielt in der universitären Ausbildung eine eher untergeordnete Rolle, wie eine Befragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung unter mehr als 50.000 Studierenden und Absolventen zeigt.

Dass das für die zukünftigen Arbeitgeber tatsächlich ein Problem ist, macht die Unternehmensbefragung des jüngsten Hochschulbildungsberichts vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Zusammenarbeit mit McKinsey deutlich: 70 Prozent der Unternehmen sehen Praxiserfahrung als wichtigste Fähigkeit für die Arbeitswelt 4.0 – dicht gefolgt von Fremdsprachenkenntnissen (63 Prozent) und dem Umgang mit digitalen Technologien.
 

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