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Neue Wege in der VWL
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Neue Wege im Wirtschaftsstudium

Weg von der Mainstream-VWL

Teil 3: Antworten auf die Frage nach dem Realitätsbezug des Studiums

Die BiTS züchte kein Sektierertum heran. "Unsere Studenten werden in dem logisch-deduktiven Denkansatz der Austrians unterrichtet, aber sie erhalten auch die üblichen Standard-Kenntnisse in der mathematisch-statistischen Wirtschaftsforschung", sagt Kooths. Entscheidend sei, den Studenten ein ganzheitliches Bild von den Wirtschaftswissenschaften zu vermitteln.

Daher bette das Curriculum die Lehre der Österreicher in die Geschichte der wirtschaftswissenschaftlichen Lehrmeinungen ein. Die Studenten lernen dabei ausführlich, wie sich das ökonomische Denken über die Jahrhunderte entwickelt hat, von der Klassik über den Marxismus bis zur Neoklassik und der modernen Mainstream-Ökonomie. Dies ist genau das, was viele an den staatlichen Hochschulen vermissen. Kooths ist sich sicher, mit dem neuen Studiengang in eine Marktlücke zu stoßen. "Wir geben die Orientierung, nach der viele Ökonomie-Studenten suchen", sagt Kooths. Dazu tragen auch die Entwicklung und der Ausbau von Fähigkeiten bei, die für eine Karriere im Management und in der Wissenschaft unerlässlich sind wie Verhandlungsführung, emotionale Führungsqualitäten und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens. 

Internationalität ist ein Muss

Zudem arbeitet die BiTS mit einer Vielzahl ausländischer Hochschulen zusammen, Auslandsaufenthalte sind daher Bestandteil des Studiums. Nicht der Spezialist und Number-Cruncher ist das Ausbildungsziel, sondern der "ganzheitlich-unternehmerisch denkende Mensch, der mit seinen Kenntnissen der freiheitlichen Lehre der Österreichischen Schule in der Lage ist, erfolgreich in Strategieabteilungen, Unternehmensberatungen und mittelständischen Unternehmen zu arbeiten", sagt Kooths.

Bewerber für den viersemestrigen Masterstudiengang sollten über einen ersten akademischen Abschluss (Bachelor, Diplom, Master) mit Wirtschafts-, Mathematik-, oder Philosophiebezug verfügen. Ebenfalls erforderlich sind gute Englischkenntnisse. Gratis ist das Studium nicht. 900 Euro im Monat müssen Interessenten aufbringen. "Wer zu uns kommt, sieht das Studium als eine Investition in sein Humankapital – und bekommt dafür eine Menge geboten", sagt Kooths.

Gelehrt wird in Klassen bis zu maximal 25 Personen, eine persönliche Atmosphäre und Betreuung sind daher gewährleistet.

Wer sich für das Austrian-Ökonomiestudium an der BiTS entscheidet, dürfte es zumindest in einem Punkt leichter als seine Kommilitonen von den staatlichen Unis haben: Er muss sich die Frage nach dem Sinn und dem Realitätsbezug des Studiums nicht stellen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 17.12.2015
 

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