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Neue Wege in der VWL
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Neue Wege im Wirtschaftsstudium

Weg von der Mainstream-VWL

Teil 2: Individuum rückt in den Vordergrund

Doch das könnte sich bald ändern. Denn es gibt eine Alternative zum Mainstream-Studium. Die private, auf das Unternehmertum ausgerichtete Business and Information Technology School (BiTS) in Berlin bietet zum Sommersemester 2016 einen neuen Master-Studiengang an, der die Lehre der Österreichischen Schule der Nationalökonomie mit praxisnahem Management-Know-how verbindet. Die Studenten sollen auf Basis der Lehre der österreichischen Schule (Austrian Economics), die das einzelne Individuum in den Vordergrund der Analyse stellt, unternehmerisches Denken lernen. "Derzeit führt die Österreichische Schule an den meisten Universitäten völlig zu Unrecht nur ein Schattendasein", sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef am Kieler Institut für Weltwirtschaft und zugleich Programmleiter des Studiengangs.

Stillstand des ökonomischen Mainstreams beenden

Das Studium Entrepreneurial Economics and Management vermittelt umfassendes Wissen über volkswirtschaftliche Theorien und rückt dabei die unternehmerisch orientierte Erklärung menschlichen Handelns in den Mittelpunkt. "Die Ökonomen der Österreichischen Schule beendeten vor rund 150 Jahren den Stillstand des ökonomischen Mainstreams und bahnten durch eine revolutionäre methodische Umgestaltung den Weg zu modernem ökonomischen Denken", sagt Kooths. Ein zentraler Schwerpunkt des Studiums an der BiTS besteht daher in der Lektüre der Originalwerke der Ökonomen der Österreichischen Schule. "An die Stelle des flüchtigen Überblicks, wie man ihn sonst in den dogmenhistorischen Seminaren der volkswirtschaftlichen Fakultäten bekommt, tritt bei uns die intensive Auseinandersetzung mit den Originalwerken von Menger, Mises und Co", sagt Kooths. Wer hier studiert, wird viel lesen.

Nur Theorie reicht nicht

Das Risiko, dass die BiTS-Absolventen später in Austrian Economics fit sind, die gängigen Mainstream-Lehrinhalte aber nicht kennen und dadurch in der beruflichen Praxis Nachteile haben, sieht Kooths nicht. Die private BiTS sei vor 15 Jahren als "die Unternehmerhochschule" gegründet worden, um Menschen zu verantwortungsvollem, unternehmerischem Denken und Handeln zu befähigen. Daher erlernen die Studenten neben dem theoretischen Rüstzeug auch betriebswirtschaftliche Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit nötig sind. Dazu gehören Steuerrecht, Firmenbewertung, Unternehmensrestrukturierungen und Bilanzierung.
 

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