Wenn man trotz Hilfe von Eltern und Freunden bei der Berufswahl nicht weiter kommt, können Berufsberater helfen. Sie ermitteln Stärken, Schwächen und Interessen und zeigen Potenzial auf - für eine Entscheidungsfindung ohne Bauchschmerzen.
Je näher das Abi rückt, desto öfter kommt die Frage: „Und, was willst Du jetzt machen?" Glücklich, wer schon immer wusste, dass er Meeresbiologe werden will oder schon längst Bewerbungen für eine Banklehre verschickt hat. Bei vielen verursacht die Frage einfach nur Bauchschmerzen.Angesichts von 8980 grundständigen Studiengängen und 343 anerkannten Ausbildungsberufen allein in Deutschland können sie sich nicht entscheiden, und weder mit Papas Vorschlag, Jura zu studieren, um später mit in die Kanzlei einzusteigen, noch mit dem Zeitungsausschnitt über den Mangel an Ingenieuren, den Onkel Hans ihnen letztens in die Hand gedrückt hat, etwas anfangen.Für solche Fälle gibt es Profis, die bei der Berufsfindung helfen. Einige Berufsberater oder sogenannte Coaches haben sich auf die Zielgruppe Schulabgänger spezialisiert und bieten Gruppenworkshops oder Einzelberatungen an. Das gibt es in der Regel nicht umsonst: Die Kosten liegen ab etwa 150 Euro für einen Gruppenworkshop bis zu vierstelligen Beträgen für eine längere Begleitung im Einzelfall. Damit sich eine solche Ausgabe lohnt, ist es wichtig, den richtigen Berater zu finden und zu wissen, was man erwarten kann und was nicht.Die Entscheidung nicht wegschieben„Man sollte noch nicht unter allzu großem Druck stehen", sagt Ina Orth, Beraterin bei Einstieg, dem einzigen bundesweiten Anbieter von Berufsfindungsworkshops und Einzelcoachings speziell für Abiturienten, „wir empfehlen, sich etwa zwei Jahre vor dem Abi intensiv mit dem Thema Berufswahl zu beschäftigen – und nicht erst dann, wenn die Bewerbungsfristen an den Unis bald ablaufen."Auch Uta Glaubitz, Berufsberaterin und Autorin aus Berlin, die neben Einsteigern vorwiegend Jobwechsler betreut, empfiehlt, sich beraten zu lassen, bevor man in ein tiefes Loch gefallen ist: „Die Entscheidung für einen Beruf ist eine der wichtigsten überhaupt – vergleichbar etwa mit der Frage, ob man heiraten oder Kinder bekommen möchte."Ein Fehler, den junge Leute häufig machen, sei es, so Glaubitz, die Entscheidung zu vertagen, zum Beispiel, indem sie nach dem Abi erst einmal eine Auszeit einplanen. „Eine Reise, ein soziales Jahr oder ein Aupair-Aufenthalt ist eine tolle Sache, aber das löst das Problem nicht." Wer die Frage „Was soll ich werden?" hingegen schon beantwortet habe, könne die Auszeit nach dem Abi und den Berufswunsch vielleicht sogar schon verknüpfen – und die Zeit sicher besser genießen.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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