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Die jüngsten Umfragen belegen, dass die großen Autobauer immer noch zu den beliebtesten Arbeitgebern Deutschlands gehören.
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Ingenieure in der Automobilindustrie

Vom Traumjob zum Albtraum?

Jan Guldner, wiwo.de
Keine Branche hat 2016 so viele potenzielle Bewerber verloren, wie die Automobilhersteller. Ingenieure, die sich im Studium auf Dieselmotoren spezialisiert haben, fragen sich, wie zukunftsfähig ihr Fachwissen ist.
Eigentlich ist Karin Makowski froh, dass sie keinen Traumjob hat. Denn darunter verstehen ihre Kommilitonen aus dem Fahrzeugtechnikstudium üblicherweise, in der Entwicklungsabteilung eines großen deutschen Autokonzerns anzufangen. Ingenieure wie Makowski optimieren dort Chassis, tüfteln an der Aerodynamik. Und: Sie konzipieren Motoren.

Dabei wäre die 27-Jährige dafür prädestiniert. Sie hat vor wenigen Wochen an der RWTH Aachen den Master in Fahrzeugtechnik mit Schwerpunkt auf Verbrennungsmotoren abgeschlossen. In ihrer Masterarbeit erforschte sie Dieselmotoren.

Beim Berufseinstieg hat sie sich dann aber gegen ihre Spezialisierung entschieden. Heute arbeitet sie beim skandinavischen Lkw-Bauer Scania – als Design Engineer ist sie dort für die Spezialwünsche der Kunden zuständig, nicht alleine für das dieselbetriebene Herz der Maschine.

"Bevor ich mich jetzt endgültig auf etwas spezialisiere, was in fünf Jahren keiner mehr braucht, wechsle ich lieber"

Dass sie nicht bei Audi, BMW, Daimler, Volkswagen oder Porsche an Selbstzündern tüftelt, darüber klingt sie fast erleichtert nach den Nachrichten der vergangenen Wochen. Zuletzt flog auf, dass sich die fünf großen Hersteller über viele Jahre hinweg möglicherweise wettbewerbsschädigend abgesprochen haben.

Schon davor war das Image der deutschesten aller Branchen angekratzt. Erst kamen die Abgasmanipulationen von Volkswagen ans Licht, auch über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge wird leidenschaftlich diskutiert. Darüber kam Diesel-Expertin Makowski ins Grübeln. "Ich dachte, bevor ich mich jetzt endgültig auf etwas spezialisiere, was in fünf Jahren keiner mehr braucht, wechsle ich lieber", sagt die Ingenieurin.

Die Großen der Branche verlieren an Ansehen

Mit ihrer Skepsis ist sie nicht alleine. Volkswagen verlor innerhalb von drei Jahren die Hälfte seiner Bewerber, so das Ergebnis des Trendence Graduate Barometers 2017, einer Befragung von mehr als 50.000 Studierenden. "Es hat in den vergangenen fünf Jahren noch nie eine Branche so geschlossen so viele potenzielle Bewerber verloren wie die Automobilhersteller im Jahr 2016 Ingenieure", sagte Trendence-Geschäftsführer Holger Koch schon im vergangenen Jahr.

So können sich die Zeiten ändern. Es ist noch nicht lange her, da wurde man als angehender Ingenieur dafür beneidet, einen der großen Namen auch nur als Praktikumsstation im Lebenslauf stehen zu haben. Ein paar Monate bei Audi, BMW oder Daimler konnten die Eintrittskarte für eine aussichtsreiche Karriere in der Autobranche sein. Die jüngsten Umfragen belegen sogar, dass die großen Autobauer immer noch zu den beliebtesten Arbeitgebern Deutschlands gehören.
 

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