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Studieren ohne Abitur

Vom Meister zum Master

Konrad Fischer und Max Haerder , wiwo.de
Die Zahl der Studenten ohne Abitur steigt rasant an. Die deutsche Bildungslandschaft bekommt durch sie eine ganz neue Dynamik.

Foto: Uwe Annas/Fotolia.com

Von Bologna bis Kopenhagen

Administrative Revolutionen funktionieren ein bisschen so wie Sternschnuppen. Man nimmt sie erst wahr, wenn sie längst Geschichte sind.
 
Als sich die EU-Bildungsminister am 19. Juni 1999 in Bologna treffen, ist das den deutschen Zeitungen nicht mal eine Meldung wert. Sie berichten über den Krieg im Kosovo und den G8-Gipfel in Köln. Erst zwei Jahre später findet sich das Wort, mit dem sich das Leben von Millionen Studenten ändern wird: "Bologna-Prozess".

Heute steht die Stadt für das Punktesystem ECTS, Bachelor und Master: die Angleichung der Universitäten in Europa. Im Jahr 2000 hatten zwei Prozent der Uni-Absolventen in der EU einen Teil ihres Studiums im Ausland verbracht. Heute sind es mehr als 20.

Hochschulzugang für alle beruflich Gebildeten

Kopenhagen steht bisher für eine gescheiterte Klimakonferenz und eine überraschend kleine, bronzene Meerjungfrau. Doch vielleicht geht es der Stadt bald wie Bologna. Denn an Bildungsinstituten und auf Ministeriumsfluren wird unter dem Schlagwort "Kopenhagen-Prozess" derzeit der nächste Umbruch vorbereitet.

Bereits vor acht Jahren vereinbarten die zuständigen EU-Minister auf einem Treffen in Dänemarks Hauptstadt, die berufliche Bildung der akademischen anzugleichen und Universitäten stärker mit der beruflichen Ausbildung zu verknüpfen. Seit 2007 dürfen Meister und Techniker studieren, 2009 gab es einen Beschluss der deutschen Kultusminister, um den Hochschul-Zugang für alle beruflich Gebildeten zu ermöglichen.


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