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Technische Universität Dortmund
Wie bunt eine Uni im Ruhrgebiet sein kann, zeigt unsere Uni-Testerin Lara Patrizia Bausen.
TU Dortmund

"Hier ist man nicht nur eine Nummer"

Fotos und Text von Lara Patrizia Bausen
Lara Patrizia Bausen findet, dass man an der TU Dortmund nicht in einer Massenuni untergeht. Hier beschreibt sie, warum sie ihre Uni empfehlen kann.

   Die Uni-Testerin: 
Mein Name ist Lara Bausen, bin 23 Jahre alt und studiere seit dem Wintersemester 2011/2012 Angewandte Sprachwissenschaften an der TU Dortmund. Vor Beginn des Studiums habe ich eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin abgeschlossen. Schon einmal vorab: Zu diesem Studiengang gehört ein obligatorisches Auslandssemester, welches ich momentan in Luxemburg verbringe. Wieder daheim in "meinem" Ruhrgebiet kann ich jedem die vielfältigen Veranstaltungen und Unternehmungen ans Herz legen! Ich verbringe viel Zeit mit meinen Freunden, arbeite neben dem Studium, koche gerne und entspanne beim
Klavierspielen. Ich liebe Reisen, doch kommt das im Uni- und Arbeitsalltag leider oft zu kurz.

Ihr wollt bilingual studieren, mehrere Studienfächer verknüpfen und eher Seminare und Workshops statt überfüllte Vorlesungen?

 

Dann könnte dieser Studiengang etwas für euch sein!

Mein Studium


Studieren an der Uni Dortmund

Das Studiensystem ist so aufgebaut: Angewandte Sprachwissenschaften ist das Kernfach, das sind Veranstaltungen aus der Anglistik und Amerikanistik sowie der Germanistik. Dazu wählt ihr zwei Nebenfächer aus dem vielfältigen Fächerangebot, in meinem Fall sind das Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Die Liste mit der Auswahl findet ihr hier. Die Regelstudienzeit beträgt 7 Semester. Darin sind ein obligatorisches Praktikum und ein Auslandssemester enthalten. Alle weiteren wichtigen Infos findet ihr auf der Uni-Homepage

Hier wird sogar die typische Elternfrage beantwortet: "Was kann man damit später eigentlich machen?"

Gleich durchstarten


TU Dortmund


Zu Beginn des Studiums gibt es eine sogenannte "O-Woche" mit Campuserkundung, Hilfe bei der Wahl der Nebenfächer und Stundenplan-Basteln mit Studierenden höherer Semester. Das erleichtert die Orientierung wirklich ungemein! Die Betreuung ist super, ihr lernt euch untereinander und den Campus kennen.

Der Campus


TU Dortmund

Der Campus ist relativ übersichtlich, verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Im Sommer ist die Uni ziemlich grün, schade nur, dass es zu wenig Bänke gibt.

Bibliothek TU Dortmund
  

Im Gebäude EF50 am Campus Nord befinden sich die Geisteswissenschaften – euer Dreh- und Angelpunkt! Seminarräume, drei Hörsäle und eine eigene Bibliothek – renoviert vor ein paar Jahren, daher eine entsprechend gute Ausstattung und Atmosphäre. Beamer, Leinwand, Tafel, Whiteboards – ist alles vorhanden und wird auch genutzt.

Die Kurse


Studiengänge Uni Dortmund

Es gibt ein extra Vorlesungsverzeichnis für die Sprachwissenschaftler sowie die Nebenfächer. Etwas kniffelig ist die Modulzuordnung, was ihr in welcher Sprache braucht und was für eine Leistung ihr erbringen müsst, um die Credits zu erwerben. Nach einem Semester seid ihr Profi darin – versprochen!

Hierbei müsst ihr selbstständig sein, lest euch alles durch und achtet auf Anmeldefristen! Nicht alle Kurse, die ihr wählt oder haben wollt, bekommt ihr auch. In der Anglistik und Germanistik gibt es interne Zuteilungsverfahren. Man meldet sich für einige Kurse an, allerdings nicht nach dem Prinzip "wer zuerst kommt, mahlt zuerst", sondern nach internen Kriterien wie Semesterzahl, Dringlichkeit, Anzahl der verfügbaren Plätze usw. Nachteil ist, dass ihr Ausweichkurse belegen müsst oder nur mit Glück in einen Kurs nachrutscht.

Vorteil ist, dass ihr in Seminaren mit maximal 30-40 Leuten sitzt. Die Kurse haben Schulklassencharakter, wir diskutieren viel und das bringt den größten Lernerfolg. Die Fächer im Kernfach "teilt" man sich mit vielen Lehramtsstudenten, die didaktische Ausrichtung und der Bezug zum späteren Lehrberuf ist für uns uninteressant und daher manchmal nervig. Im Hauptfach gibt es nur wenige Vorlesungen, in meinem Nebenfach Wirtschaft gibt es hingegen fast nur Vorlesungen.




Lehrende und Betreuung


Egal in welchem Studienfach, ich hatte bisher nie Probleme, wenn ich Fragen hatte oder Hilfe brauchte. Die meisten Dozenten haben studentische Hilfskräfte, an die ihr euch zunächst wenden könnt, aber auch die Dozenten selbst haben immer ein offenes Ohr. Auch mit Sekretariaten oder dem Prüfungsamt läuft die Kommunikation wunderbar! Was wären die Sprachwissenschaften ohne ihr Koordinationsteam?! Das Team versorgt euch mit allen Infos, schickt euch regelmäßig wichtige Emails, hilft euch wo es kann und hat immer eine offene Tür! 

Die Prüfungen


Keine Sorge, wenn ihr mal wegen anstehenden Prüfungen in Panik geratet. Jeder verzweifelt mal in so einer Situation! Wenn euch zum Beispiel ein paar Unterlagen fehlen oder ihr eine Aufgabe nicht versteht: Es gibt viele Facebook-Gruppen, in denen jeder jedem hilft! Die Prüfungsarten können Referate, Protokolle, Essays, mündliche Prüfungen, Hausarbeiten, Klausuren und individuell abgesprochene Prüfungen sein.

Das Essen


Mensa Uni Dortmund

Für kulinarische Hochgenüsse sorgt das Essen in der Hauptmensa zwar nicht, aber es ist günstig, man wird satt und es ist abwechslungsreich. Wem die fertig zusammengestellten Gerichte nicht zusagen, der kann sich an den kalten und warmen Büfetts bedienen. Die Öffnungszeiten (11.30 bis 14.15 Uhr) sind leider ziemlich knapp. Aber es gibt noch andere Orte, an denen ihr schlemmen könnt: Unterhalb der Mensa gibt es die "Galerie". Hier bekommt ihr Pommes, Currywurst, Burger-Menüs und und und! Die wöchentlich wechselnden Burger-Menüs sind sehr zu empfehlen, mit Zubereitung á la Subway. Unweit des EF50 gibt es die 2013 neu eröffnete Food Fakultät, besonders empfehlenswert sind hier die frisch zubereiteten Nudeln und Pizza á la Vapiano.

Mensa Uni Dortmund


Mein Rat



Das geflügelte Nashorn, das Wahrzeichen von Dortmund
  
Studieren in schöner Atmosphäre – hier ist man nicht nur eine Nummer.

Selbstständigkeit wird groß geschrieben, ihr müsst euch organisieren können und eure "Hausaufgaben" machen.

Das Kursangebot ist groß, was natürlich super ist. Das kann aber auch zum Nachteil werden: Ihr habt die Qual der Wahl.

Vielleicht braucht es Zeit um herauszufinden, was euch interessiert und was ihr überhaupt später machen möchtet. Durch die Interdisziplinarität bekommt ihr zwar viele Einblicke in verschiedene Studienfächer, doch Experte seid ihr auf keinem Gebiet so richtig. In welche Richtung ihr gehen wollt, könnt ihr meiner Meinung nach nur durch Praktika herausfinden, zudem solltet ihr Schwerpunkte im Studium setzen. Wer Angewandte Sprachwissenschaften studiert, den erwartet ein breit gefächertes Berufsspektrum. Es kommt ganz darauf an, was einen interessiert und was man daraus macht! Ich konnte durch Praktika bereits Erfahrung in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Produktmanagement und Marketing sammeln und könnte mir sehr gut vorstellen, diese Richtung in meinem weiteren Studienverlauf zu vertiefen.
Dieser Artikel ist erschienen am 06.11.2014
Unimonial: Mehr erfahren. Besser entscheiden.