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Interaktives Lernen

Und Action, bitte!

Axel Gloger
Viele Business-Schools weltweit haben interaktives Lernen erst jetzt entdeckt – ein Managementtrainer allerdings schon vor 100 Jahren.
Als Dale Carnegie seine Art von Managementkursen zum ersten Mal einsetzte, war das Wort "Action Learning" wohl noch nicht einmal erfunden. Heute ist es das Modewort in der Managerausbildung an den internationalen  Wirtschaftshochschulen. Weg vom Vortrag, hin zum Mitmach-Lernen – das hat der Mann schon vor 100 Jahren praktiziert. Carnegie, er arbeitete als Trainer, bot damals einen Kurs an, der in freier Rede schulen sollte. Weil er die Lernenden zu einem raschen Ergebnis führen wollte, ließ er sie im Unterricht üben, üben üben. Jeder sollte sich in der geschützten Situation des Kurses testen, durch das Feedback der Mitlernenden immer besser werden.

"So machen wir es bis heute", sagt Uwe Göthert, Deutschland-Chef von Dale Carnegie Training, jenem Unternehmen, das aus dem ersten Kurs im Jahr 1912 hervorging. Dozenten, die vorne stehen und den Zuhörenden zwei Stunden die Welt erklären, gibt es hier nicht.

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In den Kursen des weltweit tätigen Unternehmens steht der Trainer hinten, die Bühne bespielen die Teilnehmer

Anwenden, entdecken, probieren

Wenn Göthert die heute dafür etablierten Begriffe wie "Action Learning" oder "Experience Learning" hört, freut er sich. Er hält das Lernen durch sofortige Anwendung, Entdecken und Probieren für das beste Format.

In den vergangenen Monaten haben etliche Wirtschaftshochschulen verkündet, dass sie den Anteil von Action oder Experience Learning erhöhen. Die Harvard Business School hat ihre MBA-Studenten gar zum ersten Mal ins Feld geschickt, statt sie anhand der in Harvard entwickelten Fallstudien auszubilden. Damit machte sie Schlagzeilen.

"Alter Wein in neuen Schläuchen"

"Wenn es die MBA-Schulen für sich entdecken, ist das nur gut", sagt Göthert. Auf der anderen Seite schmunzelt er manchmal, wenn er sich die Versprechen der Business-Schools anschaut. "Das ist alter Wein in neuen Schläuchen." Vermutlich ist Carnegie Training einer der ältesten Anwender von Action Learning auf dem Bildungsmarkt

"Wer das Golfspiel lernen will, setzt sich auch nicht vor den Fernseher und sieht sich Videos von Tiger Woods an", sagt der Lernexperte, "er geht auf den Golfplatz und übt, von der ersten Stunde an", sagt Göthert. Für alle verhaltensorientierten Themen sei das der Weg, sich etwas anzueignen – auch in Disziplinen wie Management, Führung und Kommunikation.

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