Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Madrid
Foto: Maridav/Fotolia.com
Job + MBA

Trotz Teilzeitstudium nach Madrid

Stefani Hergert
Berufsbegleitende Management-Studiengänge werden immer beliebter. Doch sonderlich international sind sie meist nicht. Kurze Stationen im Ausland sollen das kompensieren.
Nach einem Jahr im Job kamen die ersten Zweifel. Ist es wirklich sinnvoll, noch einmal komplett aus dem Job auszusteigen und für einen Master wieder zurück an die Uni zu gehen? Nach zwei Jahren folgte der Gedanke, ob nicht auch ein Fernstudium eine sinnvolle Sache wäre. Wenig später dann fand Carlo Gläser das für ihn Beste aus den zwei Welten: Er blieb im Job und lernte am Wochenende das Rüstzeug fürs Management.

Nur das mit dem Ausland wurde bei diesem Weg schwierig. Auf die Erfahrung aber wollte der 29-Jährige nicht verzichten.

Also machte er sein 2011 begonnenes Managementstudium an der privaten Wirtschaftshochschule HHL Leipzig Graduate School of Management fertig – und ging direkt im Anschluss noch für ein Semester nach Madrid.

Von internationalen Erfahrungen profitieren

Bis Ende April lernt er dort an der renommierten IE Business School gemeinsam mit Studenten aus Südamerika, Indien oder China. "Dieses internationale Umfeld ist toll. Man lernt ja viel von den Erfahrungen der anderen", sagt Gläser.

Im Schnitt zehn bis 15 Prozent seiner Leipziger Kommilitonen haben wie er eine Auslandsstation an einer der Partneruniversitäten der HHL gewählt – sind etwa nach Spanien, Südafrika, Neuseeland und Indien gegangen. Nur wenige Hochschulen bieten ihren Teilzeit-Studenten diese Option. Kaum eine in Deutschland macht den längeren Auslandsaufenthalt im berufsbegleitenden Managementstudium zur Pflicht.

Kein Wunder: Neben dem Job zu studieren und dennoch für ein paar Wochen oder gar Monate ins Ausland zu gehen ist nur schwer vereinbar. Eins ist klar: Entscheidend ist, ob der Arbeitgeber mitspielt - und seinen Mitarbeitern eine Pause vom Job ermöglicht.

Zweigeteilter Markt

Bis vor einigen Jahren noch war der Markt für Managementstudiengänge zweigeteilt. Die Jungen, ganz am Anfang ihrer Karriere, stiegen für das ein- oder zweijährige Studium noch einmal komplett aus dem Job aus. Die etwas älteren, schon mit Führungsverantwortung bedacht, lernten das Handwerkszeug fürs Management neben dem Job.

Erstere schrieben sich für den Master of Business Administration (MBA) ein, Letztere für den Executive MBA. Doch auch unter den Jüngeren sehen mittlerweile viele ein zu großes Risiko darin, aus dem Tagesgeschäft auszusteigen. Stattdessen wollen auch sie lieber parallel zum Job studieren – und das Erlernte direkt anwenden können.

 

Fair Company | Initiative