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Finanzkrise

Traumjob Investmentbanker

Michael Maisch
Trotz Entlassungen, schlechtem Ruf und Krise: Die Banken sind als Arbeitgeber für MBA-Absolventen so begehrt wie seit 2008 nicht mehr.

Foto: Niko Korte/Pixelio

Interesse so hoch wie zuletzt 2008

Massenentlassungen, härtere Bonusregeln, mieses Image – eigentlich müsste eine Karriere im Investmentbanking in den vergangenen Jahren an Reiz verloren haben. Aber trotz aller Rückschläge für die Finanzbranche drängen die Absolventen der Business-Schools in die Londoner City, als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Nicht mal die Ankündigungen diverser Großbanken, angesichts der neu aufflammenden Bankenkrise in Europa Tausende Stellen streichen zu wollen, hemmt das Interesse.

Eine Studie der britischen Researchfirma High Flyer zeigt, dass sich in diesem Jahr so viele Studenten für eine Stelle im Investment-Banking beworben haben, wie seit der Lehman-Brothers Pleite 2008 nicht mehr. Das Ergebnis der Umfrage unter 18.000 britischen Hochschulabgängern fiel eindeutig aus: Die Finanzindustrie war die mit Abstand beliebteste Branche bei den Bewerbern. Das zeigt sich bereits bei der Wahl der Studienfächer: „Auf jeden Platz im Studiengang Investment-Banking und Finanzierung kommen bei uns acht Bewerber“, sagt Helen Merrills von der Londoner Cass Business School.

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Einstellungsquote bleibt hoch

Aber wie sieht es auf der Nachfrageseite aus? Schließlich droht bei den Banken nach dem Absturz an den Märkten in diesem Sommer die nächste Krise. Bei Geldhäusern wie Goldman Sachs, UBS, Credit Suisse, Barclays und auch der Deutschen Bank stehen Zehntausende von Stellen auf dem Spiel. Einige der Geldhäuser haben zwar tatsächlich ihre Rekrutierungsprogramme zurückgefahren.

Die meisten versuchen allerdings, trotz der Entlassungswelle an ihren Einstellungsquoten festzuhalten. Das gilt auch für Goldman Sachs. „Wenn es um die Einstellung von Universitätsabsolventen geht, haben wir eine sehr langfristige Perspektive“, sagt Sarah Harper, verantwortlich für die Rekrutierung graduierter Absolventen bei Goldman in Europa.

„Wir glauben, dass der kontiniuierliche Zustrom neuer Talente extrem wichtig ist für das Unternehmen, deshalb werden wir ähnlich viele Absolventen einstellen wie im vergangenen Jahr“, sagt sie. Die genaue Zahl veröffentlicht Goldman nicht, aber sie bewegt sich im mittleren dreistelligen Bereich.
 

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