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Theoretische Kenntnisse mit großem Praxisbezug
Die Wirtschaftsuniversität Copenhagen Business School (CBS) in der dänischen Metropole Kopenhagen.Foto: Sergii Figurnyi / fotolia.com
Europäische Business-School

Theoretische Kenntnisse mit großem Praxisbezug

Teil 2: Universität mit großem Praxisbezug

22.500 junge Menschen sind derzeit an der Hochschule eingeschrieben, etwas mehr als 4.000 von ihnen kommen aus dem Ausland. "Mehr als die Hälfte unserer Programme läuft in englischer Sprache", sagt Jan Molin, Dekan der CBS und für die Studiengänge verantwortlich. "Darüber hinaus gibt es hier an der CBS eine lange Tradition interdisziplinärer Ausbildung." Man habe schon vor Jahrzehnten begonnen, die klassische Wirtschaftsausbildung für junge Menschen mit Disziplinen wie Jura, Philosophie, Politikwissenschaften, Psychologie, Soziologie oder Sprachen zu kombinieren. "Dahinter steckt die Idee, dass wir die reine Wirtschaftslehre mit humanistischen Disziplinen verbinden", sagt der Dekan. Die Universität bietet zwischen acht und zehn Kombinationsprogramme an. Ein neuer Studiengang verbindet die Managementausbildung mit dem Schwerpunkt digitale Wirtschaft, dem E-Business.

Die CBS, die im nächsten Jahr ihr einhundertjähriges Bestehen feiert, hat sich den Ruf einer Universität mit großem Praxisbezug erworben. Darauf ist Molin stolz, wie er im Gespräch mehrfach unterstreicht. "Wir versuchen, nicht nur rein theoretische Kenntnisse zu vermitteln, sondern immer einen Bezug zur Gesellschaft herzustellen."

Vorbereiten aufs reale Leben

Heißt das, dass andere Universitäten auf dem Weg sind, den Bezug zur Realität zu verlieren? "Ja, wir meinen, dass die Probleme, mit denen unsere Studenten später konfrontiert werden, nicht mit nur einer Disziplin gelöst werden können", ist sich Molin sicher. Und: "Die Herausforderungen im realen Leben sind deutlich vielschichtiger. Wenn wir die Menschen auf die Herausforderungen im realen Leben vorbereiten wollen, müssen wir die Bachelor- und Masterprogramme darauf ausrichten."

Unterstützung dafür bekommt er von Thomas Sattelberger, dem Ex-Personalvorstand der Deutschen Telekom und Kritiker der klassischen MBA-Ausbildung. "Es gibt einige wenige europäische Business-Schools, die sich ernsthaft bemühen, eine neue Philosophie richtig umzusetzen, wie beispielsweise die Kopenhagener Business School, die Business School Lausanne und in England Lancaster", sagte er 2013 in einem Interview mit der "Personalwirtschaft".
 

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