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MBA

Studium süß-sauer

Stefani Hergert
Asien boomt – doch den aufstrebenden Ländern fehlt der Managementnachwuchs. Junge Business Schools im Fernen Osten werden auch für westliche Studenten attraktiv. Ein neuer MBA-Typ entsteht.
Die HKUST Business School in HongkongFoto: © PR
Die USA waren ihm nicht spannend genug, Europa zu nah, aber Singapur zu wenig exotisch. Doch Asien sollte es sein. Henrik Schöpfer entschied sich schließlich für die China Europe International Business School (Ceibs). „Wer Asien wirklich kennenlernen will, geht nach Schanghai“, sagt der Deutsche. Das Programm aber ist international. „Im Prinzip bringt man uns hier im MBA das Gleiche bei wie anderswo.“ Warum dann Asien? „Das Wachstum findet hier statt, nicht mehr in Europa oder den USA.“ Darauf wollte er sich vorbereiten. Und das geht am besten vor Ort. Je mehr Asiens Märkte das Wachstum der gesamten Weltwirtschaft treiben, desto mehr spüren die Unternehmen dort, dass sie gut ausgebildete Manager brauchen.Doch Business Schools haben in Asien keine Tradition, im MBA-Markt spielte der Ferne Osten lange Zeit gar keine Rolle. Das ändert sich. Die Länder Asiens wollen gute MBA-Absolventen nicht mehr länger einfliegen, sondern selbst ausbilden. Junge Business Schools nehmen den Wettkampf mit den besten Schulen der Welt auf – mit einem eigenen Wirtschaftsbild und asiatisch angehauchter Ausbildung. Auch wenn die MBA-Ausbildung süß-sauer noch unter der ein oder anderen Kinderkrankheit leidet: Die Bewerber- und Teilnehmerzahlen in den MBA-Programmen steigen rasant. In Asien steigen Business Schools  auf, die vor ein paar Jahren noch kaum jemand auf dem Schirm hatte.

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Das MBA-Ranking der Financial Times listet in diesem Jahr neben der Managementschule Insead mit Campus in Singapur, fünf asiatische Schulen in den Top-30: Indian School of Business, Nanyang Business School, Ceibs in Schanghai und die Chinese University of Hong Kong. Die Hong Kong UST Business School (HKUST) ist gar unter den besten zehn. Da verwundert es nicht, dass die Asiaten nun auch bei den  Studiengebühren nachziehen. Um mehr als 37 Prozent, und damit so viel wie an keiner anderen vom Handelsblatt befragten Business School, stieg der Preis für den Vollzeit-MBA der Ceibs, andere Schulen Asiens liegen knapp darunter. 48.000 US-Dollar zahlen Ceibs-Studenten nun.Drei VariantenMBA-Student Schöpfer hat sich damit für die kompromissloseste aller Varianten entschieden – er studiert an einer asiatischen und dennoch international ausgerichteten Business School. Wer in Asien lernen möchte, hat drei MBA-Varianten zur Auswahl – nicht alle versprechen den gleichen Erfolg. Da sind zum einen die rein nationalen Business Schools. Die unterrichten oft in der Landessprache, haben keine internationalen Partner und erfüllen maßgebliche Standards nicht – sind also keine Option für Ausländer. Dann gibt es die international ausgerichteten Business Schools, die in Asien zuhause sind – Schulen, die laut einer Umfrage des MBA-Messeanbieters QS von Personalern bevorzugt werden.Die HKUST in Hongkong zählt dazu, das Institute of Management in Bangalore, Nanyang Business School und die National University in Singapur. „Diese Schulen haben das Konzept übernommen, das international bewährt ist“, sagt Rolf Cremer, Leiter der Ceibs. „Nationale Champions“  nennt Arnoud de Meyer, Leiter der SingaporeManagement University diese Schulen, zu denen er seine eigene ebenfalls zählt.

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