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Bachelor und Master

Nebenjobs schließen Praxislücke

Teil 2: Ernüchternder Umstieg von der Uni in den Job

Absolventen werden bei ihrem Berufsstart daher häufig ins kalte Wasser geworfen, wie jetzt auch die Studie „unicensus 11“ bezeugt. Akademiker berichten dort von ernüchternden Erlebnissen beim Einstieg in den Job, von nicht existenten Einarbeitungszeiten und unerwarteten Dress Codes. Arbeitstechniken, die an der Uni unterrichtet wurden, hätten sich als unzureichend erwiesen, und der professionelle Kontakt mit Kollegen sei auch nicht so einfach von der Hand gegangen wie gedacht, so das einstimmige Urteil.

Sorgfältig ausgewählte studentische Nebenjobs könnten Abhilfe schaffen. Laut der „unicensus 11“-Studie arbeiten nicht nur 50 Prozent der Studierenden während des Studiums nebenher, sondern sogar mehr als 63 Prozent in der vorlesungsfreien Zeit.

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Sie finanzieren so ihren Platz im Wohnheim, lange Partynächte in Studentenbars und das teure Uni-Equipment. Studenten, die während des Semesters keine Zeit finden, arbeiten in den Ferien besonders hart. Ein Drittel von ihnen mehr als 20 Stunden pro Woche.

Achten auf die angestrebte Profession

Der Hauptanteil dieser Studenten achtet bei der Wahl des Nebenjobs allerdings auf Verdienst und Arbeitszeiten statt auf die ausgeübte Profession. Das Gros kellnert, steht an Einzelhandelskassen oder hilft bei Büroarbeiten aus statt zum Beispiel als Werkstudent in einem Unternehmen anzuheuern.

Aber gerade durch die langfristige Nebentätigkeit in einem solchen Unternehmen, das dem zukünftigen Berufswunsch nahe kommt, können Studenten die Lücke schließen, die sonst zwischen straffem Unialltag und der anspruchsvollen Arbeitswelt klafft. Der frühe Nebenjob in der angestrebten Unternehmenssparte fördert berufsqualifizierende Fähigkeiten und vermittelt Praxis in der oft als sperrig empfundenen Unternehmenskultur.

 

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