- Bookmark
- Artikel merken:
- x
- im Browser
- Webnews
- Del.Icio.Us
- Mister Wong
- oneview
- Linkarena
- Y!GG
- mein Yahoo!
- An Freund senden
- Druckversion
- Studentenleben
- Kommentare:0
- 3 (21)
- Legende
Studentenzimmer für lau
Auch sonst geht es recht unkompliziert zu in dieser Wohngemeinschaft. Besuche vom Freund können in den üblichen Studenten-WGs ein Reizthema sein, hier nicht. "Ich habe nur gesagt, ein Wochenende im Monat möchte ich für mich allein haben", sagt Gisela Hössler. Katharina fährt dann nach Hause, auf die Schwäbische Alb. Sie hat ihr Fachhochschulstudium der Pflege gerade erst aufgenommen und besucht ihre alten Freunde gerne. Von ihnen findet es keiner komisch oder uncool, dass sie bei einer alten Dame wohnt: "Das sind eh nicht so die, die in Rumpel-WGs wohnen", sagt sie. "Viele studieren auch mit mir Pflege, die finden den Kontakt zu älteren Menschen ganz selbstverständlich."
Gelebte Generationenverständigung
Brigitte Tauer vom Verein "Wohnraum für Hilfe" kennt ganz andere Fälle. "Einige Senioren erwarten zu viel. Zum Beispiel den ganzen Tag Gesellschaft." Begehrt sind Medizinstudenten oder Azubis der Altenpflege. Gerade die Angehörigen der alten Leute schielen auf eine billige Pflegekraft. In einem Internetforum schimpft ein Medizinstudent: "Der Typ wollte mir sogar verbieten fernzusehen. Ich habe gekocht, ihn gewaschen und gepflegt. Irgendwann reicht es."
Jörn Behrends hat in Tübingen studiert und fand das Projekt anfangs faszinierend: "Ich fand das toll, so gelebte Generationenverständigung. Und in Tübingen ein preiswertes Zimmer zu bekommen, ist auch nicht einfach." Als das Zusammenleben mit dem Senior immer schwieriger und die Erwartungen immer höher wurden, kündigte der heute 28-Jährige den Vertrag.
Es ist eben doch eine Zweckbeziehung. Seit zehn Jahren existiert das Projekt in München, bundesweit haben sich seitdem viele Nachahmer gefunden, sagt Brigitte Tauer: "Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf und die ganzen kleineren Universitätsstädte zum Beispiel. Nur in Berlin ist das Projekt wieder eingeschlafen." Kein Wunder, die Mieten dort sind niedrig genug.
In München oder in den vielen anderen teuren Städten im Süden und Westen, funktioniert das Modell. "Das Problem sind eher die Senioren", sagt Brigitte Tauer. Viele Senioren seien ängstlich oder hätten schlicht keine Lust, sich nach Jahren des Alleinlebens noch einmal auf jemanden anderes einzustellen. Gisela Hössler kann das gut verstehen: "Man muss schon offen dafür sein, sonst funktioniert das nicht."
So langsam bricht das Eis
Fast jeden Tag sitzt die 80-Jährige an ihrem Laptop, einem weißen Macbook, und liest ihre Mails. "Ich möchte doch mit der Welt verbunden bleiben", meint sie. Früher hat sie als Lehrerin einer Sonderschule für Ausländer gearbeitet, die letzten Jahre als Ehrenamtliche Asylbewerber in einem Heim betreut. Überall in der Wohnung sind Erinnerungen verstreut. Eine Satteldecke aus Mauretanien, eine afrikanische Maske. "Man muss reisen, so lange man's noch kann", sagt Gisela Hössler dazu nur. Wenn es beim Hochladen der Urlaubsbilder Probleme gibt, ruft sie Katharina zu Hilfe. "Apfel und Tab müssen Sie drücken, Frau Hössler."
"Manchmal hilft mir da auch der Nachbar", sagt Frau Hössler. Katharinas Augen strahlen: "Der neue? Der sah wirklich nett aus." - "Der doch nicht. Außerdem, Sie haben doch einen Freund", sagt Gisela Hössler und droht mit dem erhobenen Zeigefinger. Lange wird es bestimmt nicht mehr dauern, bis das Eis bricht und die beiden das Siezen aufgeben.
Lesen Sie mehr um Thema "Sparen im Studium".
Rabatte: Hier gibts Prozente für Studenten
Seite 1 | 2
- Weitere Artikel aus Studium
- Universität Leipzig Mensa-Affäre um Fußball-Profis
- Praktikum Mehr als nur Kaffee holen
- Fair Company Guide Hürden überwinden: der Weg zum Praktikum
- Soziologie Das Nachtleben auf einen Blick
- Studienfinanzierung User entscheiden über Stipendium
- Studienfinanzierung Stipendien kommen - Bafög-Empfänger müssen warten
- Bookmark
- Artikel merken:
- x
- im Browser
- Webnews
- Del.Icio.Us
- Mister Wong
- oneview
- Linkarena
- Y!GG
- mein Yahoo!
- An Freund senden
- Druckversion

