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Umfrage

Studenten spüren die Krise

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Wie sehen deutsche Studenten ihre Zukunftschancen? Was wünschen sie sich von ihrem Job? Zum 7. Mal hat der Automobilzulieferer Continental diese Fragen gestellt. Die Antworten zeigen, dass die Wirtschaftskrise auch vor Studenten nicht Halt macht.
Studentenumfrage von ContinentalFoto: © Continental AG
Seit 2004 bemüht sich die Continental-Umfrage, ein aktuelles Meinungsbild von Studenten zu Karriere, Standortfragen und aktuellen Themen zu erstellen. Die Studie für das Jahr 2010 wurde nun am 19. Mai veröffentlicht. Das Institut TNS Infratest befragte dafür eine repräsentative Gruppe von 1000 Studierenden aus den Natur-, Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften.Die Ergebnisse machen deutlich: auch Studenten werden von den unruhigen wirtschaftlichen Zeiten betroffen. Während im vergangenen Jahr noch 74 Prozent der Befragten ihre Zukunft „sehr zuversichtlich“ oder „eher zuversichtlich“ einschätzten, hat dieser Anteil in diesem Jahr mit 65 Prozent deutlich abgenommen.

Die besten Jobs von allen

Für Studenten der MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – lässt die Lage auf dem Arbeitsmarkt entgegen dieser abnehmenden Einschätzung in den nächsten Jahren hoffen, so Hans Georg Helmstädter, Präsident der Fachhochschule Brandenburg: „Laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln übertraf selbst auf dem Höhepunkt der Konjunkturkrise die Zahl der offenen Stellen für MINT-Akademiker im Juni 2009 diejenigen der Stellensuchenden um 61 000. Da in den kommenden Jahren viele Ingenieure und Informatiker in den Ruhestand gehen, müssen bis 2014 jährlich 49 000 Berufseinsteiger nachrücken.“Eine noch deutlichere Veränderung hat das Bedürfnis nach Jobsicherheit erfahren. Die Zahl der Studenten, die „eine unbefristete, möglichst Lebenslange Anstellung und ein hohes Maß an Loyalität“ erwarten, hat sich von 25,6 Prozent im Jahr 2005 auf 49,7% in diesem Jahr fast verdoppelt. Im gleichen Zeitraum hat die Erwartung „einer Abfolge von zeitlich befristeten, dafür gut bezahlten und interessanten Jobs bei unterschiedlichen Unternehmen mit Zweckbündnis-Charakter“ von 68,5 auf 45,8 Prozent abgenommen.Das Ausland wird unattraktiverEbenfalls gesunken ist laut der Umfrage die Bereitschaft der Studierenden, einen Job im Ausland anzunehmen. Besonders deutlich sticht dies bei Osteuropäischen und Asiatischen Ländern hervor. Bis zu 74 Prozent sehen eine solche Zukunft „ganz bestimmt nicht“ oder als „eher unwahrscheinlich“. Dieser Trend gilt jedoch nicht nur im Osten. Auch einen Arbeitsplatz in den USA können sich gegen über 53,5 Prozent in 2007 nur noch 47,6 Prozent der Befragt „ganz bestimmt“ oder als „eher wahrscheinlich“ vorstellen. Noch deutlicher trifft dieser Trend die Schweiz. Hier nahm der Anteil im gleichen Zeitraum um 13,8 Prozentpunkte auf 63,8 Prozent ab.Anders sieht dies Sophie Steurer, Vorstandsmitglied deutschen Abteilung von AIESEC, der größten internationalen Studentenorganisation: „Gegenläufig zu den Ergebnissen der Continental-Studentenumfrage beobachten wir bei AIESEC gerade in jüngster Zeit ein steigendes Interesse an Auslandspraktika, und gerade die Regionen Osteuropa und Asien sind gefragter als in der jüngeren Vergangenheit.“Die Ergebnisse im Bereich Internet machen deutlich, dass es mittlerweile ein tragendes Medium geworden ist. 97,5 Prozent der Befragten gaben an, sich auf diesem Wege Informationen über interessante Unternehmen zu beschaffen. Über die reine Informationsbeschaffung hinaus hat das Internet jedoch auch Bedeutung als soziales Medium. Während der Begriff Social Media selbst nur einem guten Viertel der Befragten ein Begriff ist, genießen die Dienste Facebook, Youtube, Twitter und Myspace allesamt Bekanntheitsgrade von etwa 90%. Mehr als die Hälfte der Befragten ist darüber hinaus regelmäßig in mindestens einem der Netzwerke aktiv.Lesen Sie Tipps zum Berufseinstieg:
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Dieser Artikel ist erschienen am 19.05.2010
 

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