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So finanzieren Sie Ihr Studium

Katja Stricker
Wer nach dem Abi auf eigenen Füßen steht, muss sich auch selbst um seine Finanzen kümmern. Tipps und Tricks, wie man mit Bafög, Jobben, Unterstützung von den Eltern und eventuell einem Studienkredit am besten umgeht, gibt es hier.
Die Studienfinanzierung will wohl geplant seinFoto: © Robert Kneschke - Fotolia.com
Was könnte man nicht alles mit 30000 Euro machen: sich ein verdammt schickes Cabrio kaufen oder sämtliche Freunde für einen Monat Dauerparty auf eine Finca nach Mallorca einladen, einmal hemmungslos in den angesagtesten Designerläden shoppen oder ein ganzes Jahr auf Weltreise gehen. Oder man fängt einfach an zu studieren: Allein ein sechssemestriges Bachelor-Studium kostet rund 30000 Euro. Das Geld geht unter anderem drauf zur Finanzierung von Miete, Essen, Klamotten, Büchern und Studiengebühren (siehe Seite 2).Auch das Studienfach macht sich im Geldbeutel bemerkbar. Am teuersten ist das Zahnmedizin-Studium: Laut der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks müssen allein für Lernmittel, Materialien und medizinische Instrumente über das gesamte Studium hinweg im Schnitt rund 6 600 Euro - oder 460 Euro im Semester - einkalkuliert werden. Die Nebenkosten für Kunst- und Design-Studiengänge fallen mit rund 350 Euro pro Semester ebenfalls vergleichsweise hoch aus. Bei Juristen, Betriebswirten oder Tiermedizinern gehen im Schnitt pro Semester rund 280 Euro für Fachbücher drauf. Außerdem besuchen Jurastudenten in der Regel einen Repetitor zur Prüfungsvorbereitung, der nicht gerade billig ist und selbst bezahlt werden muss.

Die besten Jobs von allen

Damit man sich voll und ganz aufs Studium konzentrieren kann und sich nicht ständig Sorgen ums Geld machen muss, solltet man am besten vor Studienbeginn klären, wie viel Geld man voraussichtlich jeden Monat braucht und woher die Kohle kommt. Aber keine Panik, die meisten Studenten kommen mit einem Mix aus Unterstützung von den Eltern, Nebenjob und Bafög ganz gut über die Runden. Zudem bieten zahlreiche Geldinstitute vergünstigte Kredite an, damit Studenten das knappe Budget aufbessern und ihre Studiengebühren finanzieren können. (Eine Übersicht, welches Bundesland welche Gebühren erhebt und wo man noch gratis studieren kann, finden Sie auf Seite 3).Scheck von Papa und Mama
Geldquelle Nummer eins gerade für Studienanfänger sind die Eltern. Fast 90 Prozent der Studenten bekommen eine Finanzspritze von zu Hause, durchschnittlich fast 450 Euro im Monat. Dass Eltern regelmäßig Geld an Sohn oder Tochter überweisen, ist nicht nur eine Frage der Großzügigkeit. Wenn sie es sich leisten können, sind sie sogar gesetzlich verpflichtet, den Nachwuchs während der Erstausbildung zu unterstützen. Schließlich bekommen Studenten, deren Eltern gut verdienen, kaum oder gar kein Bafög. Zum Ausgleich erhalten Eltern vom Staat auch für erwachsene Kinder, die studieren und nicht älter als 25 Jahre sind, Kindergeld. Mit wie viel Geld man jeden Monat von den Eltern rechnen kanna, sollte frühzeitig und in aller Ruhe ausgehandelt werden.
Bafög vom Staat
Reicht das Geld der Eltern nicht zum Studieren, springt der Staat ein. Bafög kann jeder Student beantragen - und zwar beim Amt für Ausbildungsförderung am jeweiligen Hochschulort. Ob und wie viel Bafög es gibt, hängt davon ab, was die jeweiligen Eltern verdienen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, zumal seit vergangenem Jahr die Einkommensfreibeträge für die Eltern um acht Prozent angehoben wurden. Immerhin kassieren knapp 30 Prozent der Studenten derzeit Bafög, im Schnitt sind es 375 Euro im Monat. Der Grundbedarf für Studenten, die noch bei den Eltern wohnen, liegt aktuell bei 414, sonst bei 512 Euro im Monat. Hinzu kommen Zuschläge für Miete (bis 72 Euro), Kranken- und Pflegeversicherung (bis 64 Euro). Maximal gibt es 648 Euro Bafög im Monat. Da das zum Leben allein meist nicht ausreicht, dürfen auch Bafög-Empfänger etwas dazuverdienen. Ein Minijob, der maximal 400 Euro im Monat einbringt, ist okay, ohne dass dieser Verdienst aufs Bafög angerechnet wird.
Das Schöne am Bafög: Die Hälfte des Geldes ist ein Zuschuss vom Staat, der nicht zurückgezahlt werden muss - also geschenktes Geld. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, das man nach dem Studium langsam abstottern kann. Spätestens fünf Jahre nach dem Abschluss muss mit der Rückzahlung begonnen werden. Die Schulden sind auf 10000 Euro begrenzt. Bafög gibt es allerdings nur bis zum Ende der Regelstudienzeit. Weitere Informationen unter www.das-neue-bafoeg.de.
 

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