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Digitalisierung der Hochschulen
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E-Learning statt Bib & Co.

Schöne neue Uni-Welt

wiwo.de, dpa
Der Alltag an den Hochschulen wird deutlich digitaler: Anstatt in überfüllten Hörsälen sitzen zu müssen, verfolgen Studenten Vorlesungen online. Texte gibt es im Netz statt in der "Bib". Und das ist längst nicht alles.
Kaum Platz in den großen Vorlesungssälen? Wälzerdicke Aufsatzsammlungen, die man im Copyshop kaufen muss und die sich dann in der Studentenbude stapeln? Gerangel um die Lehrbücher in der Bibliothek? Diese Zeiten dürften an den Unis vorbei sein. Daten und Informationen wandern zunehmend ins Netz ab, in virtuellen Klassenräumen oder Labors können sich Studenten und Forscher weltweit vernetzen. Vorlesungen gibt es als Video-Clip im Internet. Die Digitalisierung hat auch das Forschen und Lehren an den Hochschulen längst erfasst. "Digitalisierung ist ein Wettbewerbsmerkmal. Wir gewinnen und halten Wissenschaftler über dieses Thema", sagt Torsten Eymann. Er ist Vizepräsident der Uni Bayreuth – mit Spezialgebiet Digitalisierung.

Der weltweite Zugriff auf Informationen via Internet bringt die Hochschulen in neue Wettbewerbssituationen – Studenten und Forscher aus der ganzen Welt können sich über jede noch so kleine Uni informieren. So sieht das auch das Hochschulforum Digitalisierung der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK), das im vergangenen Herbst Thesen zur Digitalisierung vorgestellt hat. Darin heißt es: "Insgesamt sind die Hochschulen im Zuge der Digitalisierung noch stärker dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt."

Digitalisierung verschärft den Wettbewerb

Das muss, wie Eymann findet, kein Nachteil sein oder die Verantwortlichen unter Druck setzen. Vielmehr gelte es, die positiven Seiten hervorzuheben: Werden wissenschaftliche Arbeiten von den Bibliotheken digital erfasst und gut verschlagwortet, können Interessenten aus aller Welt auf die Forschungsergebnisse zugreifen und sie zitieren. Für Bayreuther Dissertationen gebe es inzwischen zahlreiche Zugriffe etwa aus Asien: "Das kommt uns zugute." Denn den Unis müsse klar sein, dass sie nicht national arbeiten, sondern "weltweite Kundschaft" hätten.

Das hat man an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München schnell als Chance begriffen: Als erste deutsche Uni habe man "MOOCs", das sind freizugängliche Onlinevorlesungen, angeboten, sagt Vizepräsident Martin Wirsing. "Das hat uns international noch mehr Sichtbarkeit gebracht." Es habe bislang rund 780.000 Hörer aus 200 Ländern bei diesem Angebot gegeben. Professoren, die sich beteiligt hätten, hätten verstärktes Interesse an ihren Arbeitsbereichen registriert.

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