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Per Klage zum Studienplatz
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Per Klage zum Studienplatz

Reiche Kinder können alles werden

wiwo.de
Die Bewerbungsfrist für Abiturienten auf NC-Studienplätze ist vor kurzem abgelaufen. Abgelehnte Bewerber müssen lange warten. Aber nicht alle. Wer sich einen guten Rechtsanwalt leisten kann, muss weder lange warten noch besonders gute Noten vorweisen.
Die Frist für Zulassunganträge zu den Studiengängen Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie über die Stiftung für Hochschulzulassung "Hochschulstart" ist abgelaufen. Rund 15000 Abiturienten erhalten alljährlich im August eine Absage auf ihre Bewerbung. Die Wartezeit kann für diese abgelehnten Bewerber auf bis zu sieben Jahre ansteigen.

Es sei denn sie können es sich leisten zu klagen. Dann kann alles doch recht schnell gehen. "Meine beiden Söhne haben im Jahr 2010 binnen weniger Monate Studienplätze in Zahnmedizin erhalten", berichtet Zahnarzt Dr. Werner L. auf der Website von Rechtsanwalt Dirk Naumann zu Grünberg. Er ist nicht der einzige, der den juristischen Weg zum Studienplatz zu seinem Geschäftsmodell gemacht hat.

Auch auf der Website von Rechtsanwalt Niels Korte bedankt sich ein "Dr. med. B. – Sportmediziner": "Meine Tochter ist dank Ihnen nach vier Jahren wieder ein junges fröhliches Mädchen geworden." Das entscheidende Stichwort zu diesem Studienplatz-Glück lautet "Kapazitätsklage". Eine kurze Internet-Recherche mit diesem Stichwort zeigt schon, dass sich zahlreiche Kanzleien darauf spezialisiert haben.

Einen neuen Studienplatz-Topf finden

Der Trick dabei ist: Die Anwälte streiten nicht um die offiziell angebotenen Studienplätze, sondern sie zwingen Hochschulen dazu, das Angebot zu vergrößern. "Bei unseren Klagen geht es immer um Studienplätze, die die Hochschulen den Bewerbern vorenthalten. Die Plätze, um die wir streiten, sind im verteilten Topf gar nicht drin, weil die Unis sie wegrechnen."

Das tun die Hochschulen sehr oft, weil sie ihre Ressourcen tendenziell lieber in Forschungsvorhaben oder Klinikkapazitäten investieren, die mehr wissenschaftlichen Ruhm und finanzielle Einnahmen versprechen als die Ausbildung von Studenten. Das Problem für die Hochschulen ist dabei nur: Sie dürfen das nicht.

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