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Hochschulranking

Ranglisten ohne Logik

Stefani Hergert
Die britische Financial Times hat jüngst die besten Wirtschaftshochschulen Europas gekürt. Was die Sieger mit Stolz erfüllt, ist indes für Bewerber wenig hilfreich. Denn das Ranking lässt einige Fragen offen.
Sind die Sieger wirklich besser? Das Ranking lässt ZweifelFoto: © Rene Wechsler - Fotolia.com
Wer mehrere tausend oder zehntausend Euro für ein Masterstudium ausgibt, will genau wissen, wo sich das am meisten lohnt. Kein Wunder, dass Ranglisten von Wirtschaftsstudiengängen und MBA-Programmen von Bewerbern geliebt und von den Hochschulen gefürchtet werden.In dieser Woche hat die britische Financial Times ihre neueste Liste der besten europäischen Wirtschaftshochschulen – der sogenannten Business Schools – vorgestellt. Die besten Schulen sind unverändert HEC Paris, London Business School, Insead. In diesem Jahr sind aber mehr deutsche Hochschulen als zuvor dabei. Doch die Logik der Bestenliste ist für Bewerber nur schwer zu verstehen.

Die besten Jobs von allen

Fünf deutsche Hochschulen wurden dieses Jahr in die Gruppe der besten in Europa aufgenommen. Zählt man die ESCP Europe dazu, eine französische Business School, die in Berlin einen Campus hat, sind es sogar sechs. Unter den Top 30 finden sich indes nur die ESCP Europe und die WHU – Otto Beisheim School. Mannheim Business School, European School of Management and Technology (ESMT), Handelshochschule Leipzig (HHL) und die Universität zu Köln zählen zu den besten 60.Die Liste ist eine Zusammensetzung aus vier Ranglisten vom MBA, Master in Management-Studiengängen, Executive MBA-Programmen für erfahrene Führungskräfte und kurzen Weiterbildungsangeboten für Manager, die sich hinter dem englischen „Executive Education" verbergen. Schwierig wird es für Bewerber allerdings, da nicht alle Hochschulen auch eine Platzierung in allen vier Teilbewertungen vorweisen. Noch immer schafft es etwa kein deutscher Anbieter in die MBA-Rangliste, weil die Programme zu klein oder zu jung sind. Die Hälfte der deutschen Schulen hat nur eine Bewertung in einer der vier Einzellisten. Wer sich zum Beispiel für einen Master oder einen MBA an der ESMT in Berlin interessiert, dem hilft die Aufstellung nicht viel. Denn die private Hochschule wurde nur für kurze Weiterbildungsprogramme bewertet, für die sie gar keinen Hochschulabschluss verleiht. Die Platzierung hier sagt aber nichts über die Qualität der Studiengänge und die Zusammensetzung der Klassen aus.
 

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