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Führungskräftenachwuchs

Professor gegen Manager

Stefani Hergert
Ein Blick nach Frankfurt an der Oder zeigt es exemplarisch: Die Management-Programme der staatlichen Hochschulen verlieren ihren Glanz. Die Probleme häufen sich. Warum schaffen es deutsche Universitäten eigentlich nicht, Führungskräfte fortzubilden?
Verständigungsprobleme: Manager und ProfessorFoto: © Andriy Solovyov - Fotolia.com
Eigentlich hatte man an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder alles richtig gemacht: Die auf Manager ausgelegte Weiterbildung in einer gemeinnützigen Gesellschaft außerhalb der Universität gebündelt und die Geschäftsleitung in professionelle Hände gelegt. Und nicht zuletzt ein gutes Programm kreiert, das mit dem Osteuropa-Schwerpunkt einen echten Mehrwert für weiterbildungswillige Akademiker bot, die noch einen MBA-Titel aufsatteln wollten.Eigentlich. Denn die Teilnehmerzahlen sind rapide gesunken, Kontakte zur Wirtschaft verloren gegangen, das Fortbildungsprogramm für Führungskräfte hat viel von seinem Glanz verloren. Was ist schief gelaufen? Das deutsche Hochschulsystem, könnte man sagen.

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An der Viadrina traf ein an die Freiheiten der Unternehmenswelt gewöhnter Geschäftsführer auf die Bürokratie einer deutschen Universität. Diese Geschichte spielt zwar im ostdeutschen Frankfurt, doch sie hätte sich so auch an anderen staatlichen Hochschulen ereignen können. Der Fall Viadrina zeigt anschaulich, warum sich die staatlichen Unis auf dem umsatzstarken Markt der Managerweiterbildung so schwer tun und sich hierzulande vor allem private Hochschulen wie die WHU - Otto Beisheim School of Management, die Handelshochschule Leipzig oder die Berliner ESMT behaupten.Die Manager-Weiterbildung ist ein recht neues Gebiet für die staatlichen Universitäten und "die Fakultät sieht Weiterbildung oft nicht als ihre Aufgabe an", sagt Ulrich Hommel. Er ist Professor der privaten Universität EBS und arbeitet auch für die europäische Studien-Akkreditierungsorganisation EFMD.
 

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