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EBS

Privat-Uni unter Beschuss

Stefani Hergert
Der Skandal um Ex-Präsident Jahns zieht die private Hochschule EBS immer weiter in die Krise. Top-Professoren gehen, die Finanzierung soll wackeln.

Foto: EBS

Finanzsituation in den Schlagzeilen

Dass Rolf Cremer den wohl schwierigsten Job der deutschen Hochschullandschaft angenommen hat, war schon klar, als er im Juni 2011 Präsident der von einem Untreue-Skandal erschütterten privaten EBS Universität für Wirtschaft und Recht im Rheingau wurde. Wie schwer, das haben die vergangenen Wochen gezeigt: Die Finanzsituation der Hochschule sorgt für Schlagzeilen, der wegen Untreue-Verdachts entlassene Präsident Christopher Jahns zettelt den öffentlichen Kampf gegen seinen alten Arbeitgeber neu an.

Und das wirft eine Frage auf: Versucht der entlassene Chef der Universität zu schaden oder steht es finanziell wirklich schlecht um die private Hochschule, die einst ein Vorzeigeinstitut der deutschen Bildungslandschaft war und der das Land Hessen 24,7 Millionen Euro für den Aufbau einer juristischen Fakultät bewilligt hat?

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Christopher Jahns jedenfalls zeichnet ein düsteres Bild. Der Ex-Chef warnt in einem Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) vor einer "bilanziellen Überschuldung" der Hochschule, wenn nicht gegengesteuert werde, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Und weiter: Das Eigenkapital der EBS sei Ende 2011 "nahezu aufgebraucht" gewesen, ihre Ziele würde die Uni aller Voraussicht nach nicht erfüllen. Ein Sprecher der EBS sagt, dass die Uni "über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um den Studienbetrieb in vollem Umfang zu gewährleisten"

Bizarrer Streit

Der Ex-Chef sieht sich als Opfer. Es ist der vorläufige Höhepunkt in einem bizarren Streit zwischen Jahns und seinem früheren Arbeitgeber, einer der ersten privaten Wirtschaftshochschulen Deutschlands, deren Absolventen in den Führungsetagen die deutsche Wirtschaft mitbestimmen. Als Elite-Hochschule tituliert, bildet sie in Oestrich-Winkel und Wiesbaden 1500 Studenten in BWL und Jura aus.

Jahns, der die Schule seit 2006 geführt und aus dem "Dornröschenschlaf" erweckt hat, wie ein früherer Weggefährte sagt, wurde im April 2011 entlassen. Er ist angeklagt, 180.000 Euro veruntreut zu haben — zugunsten von Firmen, an denen er beteiligt war. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wiesbaden in einem weiteren Fall, in dem es um 450.000 Euro geht, sind noch nicht abgeschlossen. Gegen die Kündigung hatte Jahns geklagt und sich im September 2011 mit der EBS vor dem Arbeitsgericht verglichen.

Der Deal: Jahns verlässt die Hochschule und bekommt eine Abfindung. Doch genau diesen Vergleich hat Jahns vor zwei Wochen angefochten, laut Mitteilung seines Sprechers weil die Hochschule Beweise verschwiegen und somit "arglistig getäuscht" habe. Und deshalb hat Jahns auch den Kanzler der EBS wegen versuchten Prozessbetrugs angezeigt.

Vorwürfe an die Landesregierung

Aber nicht nur Jahns Brief setzt die Finanzsituation der EBS wieder auf die Agenda. Zu seinen Vorwürfen gesellte sich in jetzt auch der brisante Entwurf eines hessischen Rechnungshof-Berichts, über den die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete: Die Prüfer sollen darin der Landesregierung vorwerfen, die Liquidität und Bonität der EBS nicht geprüft zu haben, bevor sie entschied, der Uni 24,7 Millionen Euro öffentliche Förderung für die neue Jurafakultät zuzugestehen. Eine letzte Tranche von 700.000 Euro steht noch aus.

Schon im vergangenen Jahr forderte das Land wegen Fehlbuchungen fast eine Million Euro zurück

 

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