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Deutscher MBA
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Kurswechsel an deutschen Business Schools

Mitspielen bei den Großen

Teil 3: Marktbereinigung mit Folgen

Zugute kommt der Frankfurt School, dass es in Deutschlands Finanzzentrum seit dem Rückzug der Goethe Business School keinen renommierten MBA-Anbieter mehr gibt. Die Tochter der staatlichen Universität in Frankfurt hat sowohl das Programm für erfahrene Führungskräfte (EMBA) als auch den MBA für den Nachwuchs aufgegeben.

Für viele Hochschulchefs ist das ein Teil der Marktbereinigung, die sie vor zwei, drei Jahren hatten kommen sehen.

Sichtbarstes Zeichen war die Insolvenz der Gisma Business School in Hannover im vergangenen Jahr. Die 1999 vom Land Niedersachsen und von der dortigen Wirtschaft initiierte Einrichtung gehörte einmal zu den besseren des Landes, vor allem dank des starken, aber teuren US-Partners Purdue University, der Programm und Dozenten lieferte.

Gisma bleibt

Vom Markt verschwunden ist die Gisma aber nicht. Im Sommer von Global University Systems gerettet – einem Netzwerk, zu dem Colleges und Hochschulen vor allem in Großbritannien gehören – , wirbt sie nun mit einem neuen MBA um Studenten, hat das Handelsblatt erfahren.

Mit der wenig bekannten Maastricht School of Management hat der neue Gisma-Chef Maurits van Rooijen einen akademischen Partner gefunden. Der kann mit dem Renommee von Purdue aber nicht mithalten.

Das flexible Programm kostet dafür zum Start im Mai mit 15.000 Euro auch nur die Hälfte dessen, was die Gisma vor der Insolvenz verlangt hat. Ab November sollen es 20.000 bis 24.000 Euro sein. An den 15 Standorten des Netzwerks wird nun für das Programm geworben, in dem Professoren aus Maastricht und von anderen Hochschulen unterrichten sollen. Van Rooijen sagt, er wäre "überrascht, wenn wir keine Klasse zusammenbekommen".

Einstiegspreis in die Liga der besseren Anbieter

Im Rennen um einen Platz unter den besten Business-Schools sehen Branchenkenner die Gisma aber nicht, auch wenn ihr MBA-Programm und das der Maastricht School mit dem Gütesiegel der britischen Organisation Amba zumindest eine der drei relevanten Akkreditierungen hat.

Über den Preis eines MBA-Programms ordne man sich ja in eine gewisse Gruppe ein, sagt Frankfurt-School-Chef Steffens. Man könnte es auch als Liga bezeichnen. Mit 29.500 Euro ist der MBA an seiner Hochschule ein paar Tausend Euro günstiger als der in Mannheim oder an der WHU in Vallendar. Das sei ein Einstiegspreis, sagt Steffens. Seine Richtung, so viel ist klar: nach oben.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.04.2014
 

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