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Deutscher MBA
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Kurswechsel an deutschen Business Schools

Mitspielen bei den Großen

Teil 2: Ein Entwicklungsland mausert sich

Dennoch halten Hochschulmanager Deutschland noch immer für ein Entwicklungsland, was den MBA angeht.

Andreas Pinkwart, Rektor der Leipziger HHL, ist überzeugt, dass es noch Jahre dauern werde, bis Deutschland so weit ist wie etwa Frankreich oder Großbritannien. Die Deutschen kämen zusammen gerade einmal auf 15 internationale Akkreditierungen, rechnet MBA-Direktor Nick Barniville von der ESMT vor, Frankreich habe 55.

Aber 15 globale Gütesiegel, wie sie etwa die US-Hochschulorganisation AACSB oder das europäische Pendant Equis vergeben, zeigen: So langsam werden deutsche Wirtschaftshochschulen international sichtbar.

Im Ranking-Getümmel

Auch in Business-School-Rankings. In der wichtigsten MBA-Rangliste der "Financial Times" sind mit Mannheim und der ESMT zwei deutsche Anbieter unter den weltweit 100 besten. "Es ist gut, wenn noch weitere deutsche Anbieter diesen Sprung schaffen. Sonst geht es uns wie Italien, wo nur eine Business-School international sichtbar ist", sagt Jens Wüstemann, Leiter der Mannheim Business School.

Natürlich weiß auch Frankfurt-School-Chef Steffens um die Bedeutung der Rankings – nicht nur, weil internationale Bewerber sich daran orientieren, sondern auch, um gute Forscher an die Hochschule zu locken. "Eine Top-Business-School hat Top-Forschung und einen MBA", sagt er. Und so wird die Frankfurt School im Herbst zum ersten Mal genau solch einen auflegen. Als schnörkellos könnte man das angekündigte 15-monatige General-Management-Programm bezeichnen.

Fehlendes Gütesiegel

Die Größe ist entscheidend, sagt Steffens. Nicht nur im Ganzen – die Frankfurt School soll statt heute 1450 in ungefähr sechs Jahren 2200 Studenten ausbilden – , sondern auch im MBA. 30 Teilnehmer sind Minimum, um in die Rankings zu kommen. "30 würde ich für einen Erfolg halten", sagt Steffen daher.

Branchenexperte Detlev Kran von Educationconsult, der den MBA-Guide herausgibt, sieht aber auch die Hürden, die die Frankfurter trotz der bisherigen Erfolge überwinden müssen. "Die Frankfurt School wird einen langen Atem brauchen, denn sie positioniert sich als internationaler No-Name-Anbieter gegen renommierte Hochschulen in London und den USA", sagt er.

Was ihr dabei auch noch fehlt, ist eines der internationalen Gütesiegel. "Frankfurt ist ein interessanter Standort, aber die Herausforderung ist nicht trivial", sagt Wüstemann daher auch.

 

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