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Deutscher MBA
Foto: Jeanette Dietl/Fotolia.com
Kurswechsel an deutschen Business Schools

Mitspielen bei den Großen

Stefani Hergert
Deutschland erkämpft sich in der Management-Ausbildung langsam einen Ruf. Jetzt geht es um den Anschluss zur Weltspitze.In Frankfurt und Hannover entstehen derweil neue Programme.
Um Udo Steffens in Rage zu bringen, reicht schon ein Wort: Fachhochschule. Das sei seine Frankfurt School of Finance & Management doch so gar nicht, legt der Präsident dann los. Schließlich habe die private Wirtschaftshochschule das Promotionsrecht, setze massiv auf die Forschung – und überhaupt spiele man in einer anderen Liga.

Selbst Konkurrenten erkennen an, was Steffens in seiner 17-jährigen Amtszeit aus der einstigen, nur auf Fortbildungen ausgerichteten Bankakademie geformt hat.

Der 63-Jährige will, dass diese spätestens 2020 zu den fünf besten Wirtschaftshochschulen – neudeutsch Business-Schools – in Europa gehört. Dafür wird kräftig aufgebaut: Knapp 100 Millionen Euro lässt sich die Hochschule einen gläsernen Neubau kosten. Und weil zu einer richtigen Business-School nun einmal ein Vollzeitprogramm des Master of Business Administration (MBA) gehört – das Aushängeschild weltweit – , kann man den auch hier bekommen. Und zwar nicht erst in ein paar Jahren, wenn der Umzug ansteht, sondern ab diesem Herbst.

Deutsche Anbieter wollen international sichtbar werden 

Die Botschaft ist klar: Hier schickt sich eine Wirtschaftshochschule an, bei den ganz Großen mitzuspielen, den Harvards und Inseads dieser Welt.

Die einzige ist sie damit keineswegs. Denn zu den besten Business-Schools Europas und der Welt wollen auch Konkurrenten wie die Mannheim Business School, die Berliner ESMT, die WHU - Otto Beisheim School of Management nahe Koblenz und die HHL Leipzig Graduate School of Management gehören. Und: Die sind schon ein ganzes Stück weiter als die Frankfurter. 

Kurze Tradition

Und das ist beachtlich in einem Segment, in dem das Land keine Tradition hat. Erst Anfang der 1990er-Jahre gab es hierzulande die ersten praxisnahen Managementprogramme mit MBA-Abschluss.

Da hatten die Amerikaner schon 80 Jahre lang einen riesigen Vorsprung herausgearbeitet, da verfeinerten die besten europäischen Business-Schools schon seit 30 Jahren ihre Konzepte. Heute gibt es fast 300 MBA-Programme in Deutschland, die meisten an Fachhochschulen.

 

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