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Universität Leipzig

Mensa-Affäre um Fußball-Profis

Gero Brandenburg
Mit günstigen Mensa-Angeboten erfreut die Universität Leipzig ihre Studenten. Die preiswerten Gerichte locken aber offenbar noch andere Gäste an - die gut bezahlten Profi-Fußballer des RB Leipzig zum Beispiel. Das schmeckt dem Studentenwerk gar nicht. Von Subventionsbetrug ist die Rede.
Die "Mensa am Park" in LeipzigFoto: © Universität Leipzig/Stephan Flad
Die Frikadelle mit Rahmspinat und Salzkartoffeln gibt's für 1,50 Euro. Die Hähnchenbrust Tobago mit Bratkartoffeln und Salat kostet 2,70 Euro. Mit solchen Mensa-Angeboten erfreut die Universität Leipzig ihre Studenten. Die günstigen Gerichte locken aber offenbar noch andere Gäste an - die gut bezahlten Profi-Fußballer des RB Leipzig zum Beispiel. Das schmeckt dem Studentenwerk gar nicht. Von Subventionsbetrug ist die Rede.Wie die Leipziger Internetzeitung (LIZ) berichtet, wurden einige Spieler des Klubs zuletzt regelmäßig in der "Mensa am Park" gesehen. Jeden Tag werden dort 3000 Essen ausgegeben. Studenten müssen maximal drei Euro zahlen. Subventionen machen die kleinen Preise möglich. Finanziert werden die Zuschüsse durch die Semesterbeiträge der Studenten und durch Steuergelder. Das Bundesland Sachsen sponsert jedes Hauptgericht mit 90 Cent.

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Für große Aufregung sorgt jetzt der Verdacht, gut bezahlte Profi-Fußballer würden sich in der Mensa zum kleinen Preis den Bauch vollschlagen. Nach Augenzeugenberichten sind einige Spieler im Besitz einer Studenten-Chipkarte, mit der an der Essensausgabe bezahlt wird. Allerdings haben die Spieler, wenn sie nicht immatrikuliert sind, in der Mensa nichts zu suchen.Das Studentenwerk Leipzig zeigte sich verärgert und sprach von Subventionsbetrug. Studenten, die ihre Chipkarte an Nicht-Studenten weitergeben, sollen zukünftig angezeigt werden.In Reihen des Regionalligisten (vierte Liga) RB Leipzig stehen zahlreiche Spieler, die bereits in der 1. und 2. Bundesliga gutes Geld verdienten, darunter etwa Thomas Kläsener (früher Schalke 04), Nico Frommer (ehemals Eintracht Frankfurt) und Ex-Nationalspieler Ingo Hertzsch (Hamburger SV, Bayer Leverkusen).Besitzer des Vereins ist Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Der österreichische Energie-Drink-Hersteller und Milliardär will den Verein in den nächsten fünf Jahren in die 1. Bundesliga führen - und spart dabei nicht mit Geld. Die Gehälter der Spieler dürften weit über dem Regionalliga-Durchschnitt liegen.Leipzigs Trainer Thomas Oral zeigte sich erstaunt über die Aufregung: „Einerseits wird immer gesagt, dass die Profis zu viel Geld raushauen. Und wenn sie dann sparsam sind, ist es auch wieder nicht in Ordnung“, sagte er der Leipziger Volkszeitung. „Wenn alles korrekt abläuft, spricht nichts gegen ein Essen in der Mensa“, so Oral weiter. Korrekt scheint die Chipkarten-Praxis der Fußball-Profis allerdings nicht zu sein.In Heidelberg gibt es das beste Essen für Studenten. Lesen Sie mehr: 
Die beste Mensa gibt's in Heidelberg
Dieser Artikel ist erschienen am 29.07.2010
 

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