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Steak
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Studienalltag beim MBA

Mit Jobs gepfeffertes Steak

Teil 2: Das Team liefert die besten Ergebnisse

WHU-Professor Jürgen Weigand kennt diese Reaktionen. "Einen persönlichen Führungsstil zu entwickeln heißt auch bereit zu sein, sich in eine Gruppe Gleichrangiger zu integrieren", sagt er. Die erste Lektion lautet also, den anderen zuzuhören – vor allem jenen, die anderer Meinung sind. Für einige der selbstbewussten Studenten ist schon das eine echte Herausforderung. Genau deshalb sind die Teams bewusst bunt zusammengewürfelt: Asiaten und Europäer, Ärzte, Biologen, Betriebswirte und Ingenieure, Jüngere und Erfahrenere. 

Zurück im Hörsaal gleichen die Teams ihre Ergebnisse ab – und merken, dass die Gruppe fast immer näher an der Realität ist als die Schätzungen jedes Einzelnen. Das ist Lektion zwei: Im Team sind die Ergebnisse besser. "Ab jetzt vertrauen sich die Studenten in ihren Gruppen", sagt Weigand. Das ist wichtig, weil sie in den kommenden zwölf Monaten im Prinzip nie alleine arbeiten werden – von den Prüfungen einmal abgesehen.

Von neun Uhr morgens bis in den späten Nachmittag hinein sind täglich Vorlesungen. Die Anwesenheit wird überprüft – bei gerade einmal 41 Studenten im Jahrgang ein überschaubarer Aufwand. Der Hörsaal gleicht einem Theater, in U-Form sitzen die Studenten um den zentral positionierten Professor. Es ist eine Art Frage-und-Antwort-Spiel, das Dozent und Studenten hier jeden Tag aufführen.

Investition in Zeit und Geld 

Interaktiv nennen es die Managementhochschulen, weil die Studenten nicht nur als Zuhörer gefordert sind, sondern mitdenken und mitreden sollen. Sieben so verbrachte Stunden schlauchen. Doch während normale Studenten jetzt nach Hause gehen, beginnt für die MBAler die zweite Hälfte des Arbeitstags. Auch Tunc sitzt abends oft noch mit ihrem Team zusammen, liest und analysiert Fallstudien, schreibt Arbeiten dazu, erstellt Präsentationen.

Sie wusste, worauf sie sich einlässt. Die Frankfurterin mit türkischen Wurzeln hat nach ihrem Bachelor in internationaler Betriebswirtschaft drei Jahre in einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet. "Mir war klar, dass nach dem Bachelor noch etwas kommen musste", sagt sie.

Ein klassisches Masterprogramm in BWL aber kam nicht infrage. "Mit Studenten ohne jegliche Berufserfahrung im Hörsaal zu sitzen konnte ich mir nicht mehr vorstellen", sagt Tunc. Der 35 000 Euro teure MBA ist eine Rieseninvestition, für die sie an ihr Erspartes geht. Langfristig, da ist sie sicher, zahle er sich aber aus.

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