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MBA via Internet
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Kostenlos, aber selten zielführend

MBA via Internet-Kurs

Teil 3: Marketingprodukt wie beim Fußball

"Wenn wir uns der Welt öffnen, zeigen wir, dass ein Studium bei uns eine tolle Sache ist", sagt der aus Deutschland stammende Professor Terwiesch. Er vertritt die These, dass die Top-Hochschulen der Welt auch in Zukunft kein Problem haben, ihre MBA-Klassen zu füllen.

Terwiesch vergleicht das mit den Fußballspielen von Bayern München. Auch wenn es die im Fernsehen zu sehen gibt, gehen die Fans weiter ins Stadion.

Auch Bernard Garrette, Vizedekan der Pariser Wirtschaftshochschule HEC, sieht die Onlinekurse als Marketing, das den Anbietern erst einmal mehr Bewerber bescheren könnte. "MOOCs sind die neuen Bücher", sagt er. Gedruckt gebe es das Wissen aus den MBA-Programmen ja auch schon lange, dennoch bekommen die Top-Hochschulen teils zehnmal mehr Bewerbungen, als sie Plätze haben.

Am unteren Ende Qualitätsskala

Für die zweite Hochschulliga aber könnten die MOOCs tatsächlich eine Gefahr sein. Die Kurse könnten einmal sehr günstige MBA-Programme am unteren Ende der Qualitätsskala ersetzen, glaubt Garrette. Wharton-Professor Terwiesch prognostiziert reine Online-Hochschulen, die aus MOOC-Kursen einen Lehrplan zusammenstellen und den als MBA-Abschluss vermarkten.

Natürlich weiß auch er, dass das nur Hypothesen sind. Nur: "Es ist naiv zu glauben, dass man als Professor oder Universität die technische Entwicklung aufhalten kann und wir 2020 noch so lehren werden wie 1920."

Verschenkte Forschung?

Weniger optimistisch ist da allerdings David Wilson, der bis Ende 2013 die Organisation GMAC geleitet hat und damit oberster Herr über den wichtigsten MBA-Aufnahmetest GMAT war.

Der Branchenkenner kritisiert, dass die Professoren ihr über Jahrzehnte erforschtes Wissen verschenken. "Wer zahlt künftig dafür, dass neue Dinge erforscht werden?", fragt Wilson. "Es hat noch niemand das Geschäftsmodell dafür erarbeitet", ist er überzeugt.

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